Pille danach: Arzt stellt Apotheker infrage

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Berlin - Im Zuge des OTC-Switches von Notfallkontrazeptiva sorgte die Frage nach einer kompetenten Beratung durch Apotheken zwischen Ärzten und Pharmazeuten für Zündstoff. Mediziner, insbesondere Gynäkologen, stellten die Fachkompetenz immer wieder infrage, nach dem Motto „Können die das überhaupt?“. Auch Jahre nach dem Switch ist das längst nicht Geschichte: In einem aktuellen Artikel des „Stern“-Ablegers „Neon“ bezweifelt ein Frauenarzt, ob Apotheker eine „sorgfältige Beratung fachlich leisten können“ – und das nicht zum ersten Mal.

Genitalinfektionen, Hämorrhoiden oder die Pille danach: Manche Beratungsthemen kosten die Patienten Überwindung, oft werden sie von einem Schamgefühl begleitet. Die Betroffenen erwarten, dass das pharmazeutische Fachpersonal sie mit dem nötigen Respekt behandelt und ihnen fachmännisch hilft. Auch der Gesetzgeber ist daran interessiert.

Um die professionelle Diskretion zu gewähren, muss nach § 4 Abs. 2a der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) die Offizin so eingerichtet sein, dass die Vertraulichkeit der Beratung so gewahrt wird, dass das Mithören des Beratungsgesprächs durch andere Kunden weitestgehend verhindert wird. Dazu eignen sich separate Beratungsräume, in denen Patienten ihr Anliegen im vertraulichen Rahmen mitteilen können.

„Ob ich wohl mit in den kleinen Beratungsraum kommen wolle, fragt der Apotheker und zeigt auf eine spärlich abgegrenzte Kabine in der Ecke“, schreibt die „Neon“-Autorin zum Einstieg von ihrer eigenen Erfahrung. Denn mit dem Gemurmel „Nml d Pll dnch btt“, konnte der Apotheker zunächst nichts anfangen. „Garantiert nicht.“ Da könne sie sich ja gleich ein „Ich hatte einen One-Night-Stand und habe nicht verhütet“-Schild umhängen. Sie berichtet von ihrer durchwachsenen Erfahrung zur Pille danach im Beratungsgespräch und wie unangenehm der Aufenthalt in der Apotheke gewesen war.

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