PiDaNa: ABDA kontert Frauenärzte

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Berlin - Apotheker im Kreuzfeuer: Der Berufsstand soll laut Bundesverband der Frauenärzte (bvf) eine Mitschuld an der Zahl der steigenden Schwangerschaftsabbrüche tragen – aufgrund der schlechten Beratung zur Pille danach, die auf die „groben Fehler“ der Handlungsanweisungen der ABDA zurückzuführen sei. Die Behauptung entbehre jeder Grundlage, stellt sich die Standesvertretung vor die Kollegen. Der vom bvf postulierte Zusammenhang sei „abenteuerlich“.

„Bei der ABDA hat keiner verstanden, wie die Pille danach funktioniert, sonst würde man LNG nicht drei Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr empfehlen“, so eine Sprecherin des bvf zur Handlungsanweisung der Bundesapothekerkammer (BAK) zur Pille danach. Laut bvf-Präsident Dr. Christian Albring, niedergelassener Frauenarzt in Hannover, sind „auch die aktuell neu überarbeiteten Curricula und Handlungsempfehlungen der ABDA zur Notfallverhütung trotz zahlreicher Interventionen des Berufsverbandes der Frauenärzte weiterhin grob fehlerhaft.“

Albring weiter: „Der niederschwellige Zugang zu den Arzneimitteln für die Notfallverhütung geht dadurch mit einem niederschwelligen Zugang zu einer grundsätzlich fehlerhaften Beratung einher, die eine hohe Gefahr ungewollter Schwangerschaften birgt“. Die überarbeitete Fassung der Handlungsempfehlung habe „erneut grobe Fehler“. Apotheker könnten mit den Unterlagen der ABDA nicht richtig beraten, findet der bvf, die Pharmazeuten an der Basis treffe demnach keine Schuld.

„Die pauschal-plakative Behauptung, dass Apotheker nicht zuverlässig zur ‚Pille danach‘ beraten würden, entbehrt ebenfalls jeder Grundlage“, kontert die ABDA. „In unzähligen Fortbildungsveranstaltungen wurden die Apothekerinnen und Apotheker qualitätsgesichert geschult. Basis dafür ist eine Handlungsempfehlung der BAK. An deren Erstellung und Aktualisierung waren unter anderem das Bundesgesundheitsministerium (BMG), pro familia und Gynäkologenverbände beteiligt. Auch der bvf war eingebunden. Das BMG hatte in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu allen Aktualisierungswünschen, auch des bvf, abschließend Stellung genommen. Diese Fassung wurde aktuell von der BAK veröffentlicht.“

Welche vermeintlichen Fehler die Handlungsanweisung enthalten soll, liefert der Berufsverband mit. So fehle an prominenter Stelle der Hinweis, dass „nach Einnahme von Ulipristalacetat (UPA) unbedingt für den Rest des Zyklus mit Barrieremethoden verhütet werden MUSS, weil die hormonelle Kontrazeption nach UPA im gleichen Zyklus nicht mehr funktioniert“. UPA mache die Pille unwirksam, die Frauen sind für den Rest des Zyklus nicht geschützt. Die aktuelle Fassung vom 28. Februar liefert jedoch genau diesen Hinweis: „Nach der Notfallverhütung mit Levonorgestrel (LNG) oder UPA sollte die hormonelle Kontrazeption fortgeführt werden. Eine zusätzliche (!) Anwendung von Barrieremethoden (zum Beispiel Kondome) bis zum Zyklusende (bis zur nächsten Monatsblutung) ist notwendig, da die Wirksamkeit der hormonalen Kontrazeptiva nicht mehr gewährleistet ist“. Der Zusatz war bereits in der Fassung vom 7. Oktober 2015 enthalten.

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