Pille danach

Mehr Abtreibungen: „Apotheker sind mit Schuld“ APOTHEKE ADHOC, 09.03.2018 07:51 Uhr

Berlin - In den Medien ist das Image der Apotheker nicht besonders glänzend: Sie sind „Urlaubsabzocker“, „kassieren zu viel“ und „beraten schlecht“. Neuerdings sollen sie auch noch für die steigende Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen mit verantwortlich sein, wie der Tagesspiegel berichtet. Der Verband der Frauenärzte schießt mal wieder gegen die pharmazeutischen Kollegen..

„Das Statistische Bundesamt registrierte für 2016 bundesweit nur noch 98.721 Abtreibungen, im Jahr darauf waren es mit einem Mal wieder 101.209“, schreibt die Zeitung. Das Plus von 2,5 Prozent könne kein Zufall sein, meinen Experten. Gemeint sind Frauenärzte, die dafür unter anderem auch die schlechte Beratung der Apotheker bei der Pille danach als Grund nennen. Besonders augenfällig sei die Situation bei Frauen zwischen 40 und 45: Hier betrug der Anstieg binnen eines Jahres sieben Prozent. Berlin liege im Durchschnitt, Brandenburg dagegen hätte mit einem Plus von 8,4 Prozent den höchsten Zuwachs aller Bundesländer.

Die Kritik der Frauenärzte an der Beratung der Apotheker ist nicht neu. Seit dem OTC-Switch im März 2015 ist das immer wieder ein Gesprächsthema. Gegenüber dem Tagesspiegel nennt Dr. Christian Albring, Verbandspräsident des Berufsverbands der Frauenärzte mehrere Gründe für die steigende Zahl der Abtreibungen: „Erstens die Entscheidung, die Pille danach aus der Rezeptpflicht zu nehmen und ohne ärztliche Beratung in Apotheken zu verkaufen.“ Er bemängelt die „fachlich ungenügende Beratung“ in den Apotheken, welche öfters zu einer unnötigen Abgabe der Pille danach und in anderen Fällen zu einer Unterversorgung führe, die dann mit unerwünschten Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüchen verbunden seien.

Weiterer Kritikpunkt: Apotheker erhielten „wenn überhaupt über ihre Landesapothekerkammern eine vierstündige Ausbildung mit noch kürzerem medizinischen Teil, um die gesamte hormonelle Situation der Frau, den Zyklus, Verhütungsmethoden und die Möglichkeiten der Notfallverhütung zu lernen“. Zudem würden in den von den Kammern zur Verfügung gestellten Unterlagen wesentliche Aspekte fehlen und manche Informationen seien falsch – „obwohl sein Verband dies mehrfach moniert habe“. Außerdem enthielten die am 28. Februar veröffentlichten überarbeiteten Curricula und Handlungsempfehlungen der ABDA „erneut grobe Fehler“.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Pfizer und BioNTech

Corona-Impfstoff: Ergebnisse „ermutigend“»

Sonderwahlrecht

Corona: Koalition will Bundestagswahl 2021 retten»

Schutzausrüstung

Corona-Hilfe: 50 Milliarden Atemschutzmasken aus China»
Markt

Kosmetikhersteller

Dr. Wolff zieht Corona-Bilanz: Apotheke wird wichtiger»

Apotheken-Barometer von aposcope

Erstmals erhoben: Apotheken Geschäftsklima Index (AGI)»

VISION.A 2020

Battle der Apotheken-Plattformen»
Politik

Abda-Mitgliederversammlung

Schmidt: VOASG mit aller Kraft durchbringen  »

Positionspapier

Bundesärztekammer fordert mehr Digitalisierung»

Corona-Schutzmaßnahmen

Bayern: Mundschutzpflicht gilt in der Freiwahl»
Internationales

Veränderte Zusammensetzung

Levothyrox: Merck muss Schadenersatz zahlen»

Strafmaß geringer als erwartet

Babypuder: Milliardenstrafe für J&J halbiert»

Anklage fordert Millionenstrafe

Frankreich: Prozess um Schlankmacher-Pillen»
Pharmazie

Patentauslauf

Avastin-Biosimilars ab Juli»

Bessere Aufmerksamkeit, kaum Nebeneffekte

FDA: Zulassung für ADHS-App»

Multiple Sklerose

Mayzent: Zusatznutzen, ja oder nein?»
Panorama

Musik als Gute-Laune-Medizin

Apothekerin und Arzt: Sommerhit gegen Corona-Blues»

Mehrwertsteuersenkung

Apotheke zieht mit: 3 Prozent auf alles»

Nachtdienstgedanken

Von der Retax zum Fächer»
Apothekenpraxis

Lauterbach schaltet sich ein

Homöopathie: Apothekerin erhält Hassbriefe»

IT-Umstellung

Apobank-Chef entschuldigt sich, Apotheker lässt nicht locker»

Festbeträge

Statine und PPI: Achtung Lagerwertverluste!»
PTA Live

PTA-Schule Paderborn trotzt Corona

Examen 2020: Überdurchschnittliche Ergebnisse»

Zeckenjahr 2020

Impfung gegen FSME sinnvoll»

Von Klischees und Dankbarkeit

Substitutionsapotheken: „Man muss sich von Vorurteilen lösen“»
Erkältungs-Tipps

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»

Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung

Infekte in der warmen Jahreszeit»
Magen-Darm & Co.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: Schubweises Leiden»

Besondere Ernährungsformen

Low-carb und Keto: Verzicht auf Kohlenhydrate»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»

Engmaschige Vorsorgemöglichkeiten

Risikoschwangerschaft: Von Fruchtwasseruntersuchung und iGeL»

Hygienemaßnahmen bieten Schutz

Covid-19 in der Stillzeit: Was ist zu beachten?»
Medizinisches Cannabis

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»
HAUTsache gesund und schön

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»

Sommerzeit = Sonnenbrandzeit

Sonnenschutz: Mindestens LSF 30»

Fußpflege

Schöne Füße für den Sommer»