Mehr Abtreibungen: „Apotheker sind mit Schuld“

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Berlin - In den Medien ist das Image der Apotheker nicht besonders glänzend: Sie sind „Urlaubsabzocker“, „kassieren zu viel“ und „beraten schlecht“. Neuerdings sollen sie auch noch für die steigende Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen mit verantwortlich sein, wie der Tagesspiegel berichtet. Der Verband der Frauenärzte schießt mal wieder gegen die pharmazeutischen Kollegen..

„Das Statistische Bundesamt registrierte für 2016 bundesweit nur noch 98.721 Abtreibungen, im Jahr darauf waren es mit einem Mal wieder 101.209“, schreibt die Zeitung. Das Plus von 2,5 Prozent könne kein Zufall sein, meinen Experten. Gemeint sind Frauenärzte, die dafür unter anderem auch die schlechte Beratung der Apotheker bei der Pille danach als Grund nennen. Besonders augenfällig sei die Situation bei Frauen zwischen 40 und 45: Hier betrug der Anstieg binnen eines Jahres sieben Prozent. Berlin liege im Durchschnitt, Brandenburg dagegen hätte mit einem Plus von 8,4 Prozent den höchsten Zuwachs aller Bundesländer.

Die Kritik der Frauenärzte an der Beratung der Apotheker ist nicht neu. Seit dem OTC-Switch im März 2015 ist das immer wieder ein Gesprächsthema. Gegenüber dem Tagesspiegel nennt Dr. Christian Albring, Verbandspräsident des Berufsverbands der Frauenärzte mehrere Gründe für die steigende Zahl der Abtreibungen: „Erstens die Entscheidung, die Pille danach aus der Rezeptpflicht zu nehmen und ohne ärztliche Beratung in Apotheken zu verkaufen.“ Er bemängelt die „fachlich ungenügende Beratung“ in den Apotheken, welche öfters zu einer unnötigen Abgabe der Pille danach und in anderen Fällen zu einer Unterversorgung führe, die dann mit unerwünschten Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüchen verbunden seien.

Weiterer Kritikpunkt: Apotheker erhielten „wenn überhaupt über ihre Landesapothekerkammern eine vierstündige Ausbildung mit noch kürzerem medizinischen Teil, um die gesamte hormonelle Situation der Frau, den Zyklus, Verhütungsmethoden und die Möglichkeiten der Notfallverhütung zu lernen“. Zudem würden in den von den Kammern zur Verfügung gestellten Unterlagen wesentliche Aspekte fehlen und manche Informationen seien falsch – „obwohl sein Verband dies mehrfach moniert habe“. Außerdem enthielten die am 28. Februar veröffentlichten überarbeiteten Curricula und Handlungsempfehlungen der ABDA „erneut grobe Fehler“.

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