Frauenärzte zweifeln an Apotheken

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Berlin - Die Frauenärzte sehen die Freigabe des Notfallkontrazeptivums EllaOne (Ulipristal) durch die EU-Kommission kritisch und die Beratung in den Apotheken nicht gewährleistet. Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF), die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) betonen, die Beratung beim Frauenarzt sei die „bewährte, nachhaltige und damit optimale Lösung“.

Die gynäkologischen Fachverbände kritisieren: „Eine medizinisch kompetente, sorgfältige und vertrauliche Beratung in der Apotheke zu den Fragen, ob die Einnahme der 'Pille danach' überhaupt notwendig ist, welches Präparat möglicherweise geeignet oder ungeeignet ist, welche Nebenwirkungen zu erwarten sind und vor allem, wie im weiteren Zyklus verhütet werden muss, damit es nicht nach der Verschiebung des Eisprungs später noch zu einer ungewünschten Schwangerschaft kommt, ist problematisch und in den meisten Fällen unmöglich.“ Hinzu komme die Beratung hinsichtlich sexuell übertragbarer Erkrankungen und im Einzelfall weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen.

Ob Apotheker EllaOne derzeit ohne Rezept abgeben dürfen, ist nach wie vor nicht geklärt. Während die EU-Kommission ihre Entscheidung am Freitag im Arzneimittelregister veröffentlicht hat und das Präparat damit EU-weit rezeptfrei geworden ist, ist der Wirkstoff Ulipristal laut Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) noch verschreibungspflichtig.

Der Hersteller HRA Pharma geht zwar davon aus, dass EU-Recht gilt, hält sich aber noch zurück. Allerdings wird die Zeit knapp: Wenn die Änderung im Februar in die Software soll, muss der Hersteller sie bis Mittwoch an die Informationsstelle für Arzneimittelspezialitäten (IfA) melden.

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