Die Bild-Zeitung stellt Apotheker an den Pranger. In Stuttgart wurden fünf Apotheken auf der Königstraße, der Hauptgeschäftsstraße im Herzen der Stadt, unter die Lupe genommen. Als Kundin getarnt, wollte die Reporterin ihre Reiseapotheke für den Mallorca-Urlaub zusammenstellen. Das Ergebnis: „Urlaubsabzocke bei Stuttgarts Apotheken!“ Die Reporterin „ließ sich überflüssige Medikamente andrehen“.
Was muss rein in die Reiseapotheke für die Baleareninsel? „Im Normalfall muss nach Mallorca überhaupt nichts mitgenommen werden. Medikamente sind dort oft billiger als hier und einen Lieferengpass gibt es nicht“, zitiert die Bild Dr. Markus Heinemann. Wer doch etwas einpacken will, dem empfiehlt der Stuttgarter Facharzt für Reisemedizin „Mückenschutz, Desinfektion, Pflaster und Schmerzmittel“.
Einige Apotheken auf der Stuttgarter Königstraße sahen das laut Bild jedoch anders und wurden von der Zeitung vorgeführt: „In vielen Fällen wurden der Reporterin teure Präparate empfohlen“, die der Arzt für „absolut überflüssig hält“.
Die Reporterin zahlte auf ihrem Testkaufstreifzug zwischen 22,39 Euro und 35,08 Euro. „Abzocke in der Internationalen Apotheke in der oberen Königsstraße“, schreibt Bild. „Dort empfiehlt die Verkäuferin definitiv zu viele Medikamente für ein völlig harmloses Reiseland. Das Desinfektionsmittel wird sogar gleich doppelt angeboten. Ein Verbandspäckchen gehört dort auch zur Malle-Grundausstattung.“ Octenisept, Sterillium, Imodium, Blasenpflaster, Lorano, Verbandpäckchen, Soventol Gel, Paracetamol und antientzündliche Augentropfen – zu viel und mit 35,08 Euro zu teuer für den Reisemediziner.
Weiter geht es in die Bahnhof-Apotheke auf der Königstraße. Mit den Empfehlungen zeigt man sich zufrieden – es „wird nur die absolute Basismedikation angeboten“ – 28,90 Euro, für Imodium, Soventol mit Cortison, Ibuprofen und Pflaster.
Die Hofapotheke am Schlossplatz ist mit 22,39 Euro zwar günstiger, aber hier wurden der Reporterin „überflüssige Kohletabletten“ verkauft. Immerhin: Für Wunddesinfektion, Pflaster und Ibuprofen wurde die Apotheke nicht abgewatscht.
In der Apotheke Königsbau wurde mit einer „Reise-Checkliste“ gearbeitet. Für 33,88 Euro landen im „Notfall-Paket hier etwas gegen Verstopfung, Durchfall, Hautprobleme, Schmerzen, Fieber und Schnupfen“.
Zufrieden zeigt sich der Mediziner mit der Beratung in der Apotheke der Klettpassage im Hauptbahnhof: „Eine gute und laut Facharzt absolut ausreichende Reise-Apotheke“, schreibt Bild. Für 22,47 Euro gab es einen Insektenschutz, Imodium, Ibuprofen und Fenistil-Gel.
Mit der Apothekenreform erhalten die Apotheken mehr Rechte beim Austausch von Arzneimitteln. So dürfen ab morgen nicht nur im Notdienst, sondern... Mehr»
Nach dem Skonto-Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) rutschte der Ertrag in vielen Apotheken in den Keller. Jetzt bieten die Großhändler wieder... Mehr»
Um immer höhere Gesundheitsausgaben unter Kontrolle zu bringen, gibt es schon ein Milliarden-Sparpaket. Ergänzend sollen jetzt aber noch mehrere... Mehr»
Wegen unsicherer Anlagen haben Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) hohe Verluste gemacht, im Raum steht ein Milliardenschaden.... Mehr»
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die Stimmung im Land drehen. Als Beispiel für einen Bereich, in dem das Gerechtigkeitsproblem evident sei,... Mehr»
Die gesellschaftliche Mitte blutet aus. Was das mit der Apotheke um die Ecke zu tun hat? Spoiler: Verdammt viel. Die aktuellen Wahlen zeigen es... Mehr»
Redcare hat zum zweiten Mal im laufenden Geschäftsjahr die Jahresprognose angehoben. Hintergrund ist eine anhaltend starke Dynamik der Rx-Umsätze... Mehr»
Um immer höhere Gesundheitsausgaben unter Kontrolle zu bringen, gibt es schon ein Milliarden-Sparpaket. Ergänzend sollen jetzt aber noch mehrere... Mehr»
APOTHEKE ADHOC Debatte