Kommentar

Was geht Sie das an? Alles! Nadine Tröbitscher, 16.08.2018 10:23 Uhr

Berlin - Die „Pille danach“ sorgte in den vergangenen Jahren für Diskussionen vor und hinter dem HV-Tisch. Frauenärzte feuerten im Kompetenzgerangel gegen Apotheker. Pharmazeuten und PTA kämpfen im Alltag mit Patientinnen, deren Leichtsinn und das Unwissen über den eigenen Zyklus. „Nebenbei“ wird über sexuell übertragbare Krankheiten aufgeklärt. „Aber ich will doch nur die ,Pille danach‘“. Eine PTA kommentiert.

Mit gesenktem Kopf, weichen Knien, beschämtem Lächeln und flüsterndem „Einmal die Pille danach“ stehen einige Frauen nach einer Verhütungspanne am HV. Die Möglichkeit, in den Beratungsraum zu wechseln, nehmen die Kundinnen gerne an. Diskretion ist gefragt bei dem heiklen Thema. Kondom gerissen, Pille vergessen oder Verhütungsring nicht eingelegt, das sind nur einige mögliche Gründe für eine Verhütungspanne. Die Betroffenen hoffen auf schnelle und unkomplizierte Hilfe aus der Apotheke. Und die sollen sie auch bekommen – und zwar nur sie, nicht der Partner, die beste Freundin oder die Mutter, die mal eben die „Pille danach“ als Freundsschaftsdienst besorgen.

Das beratungsintensive Thema erfordert Fingerspitzengefühl hinter dem HV. Und Wissen über den eigenen Körper vor dem HV. Wann das Malheur passiert ist, wissen die meisten noch auf die Minute genau. Doch in vielen Fällen kennen die betroffenen Frauen ihren Zyklus nicht einmal. Was und wann war nochmal der Eisprung? An welchem Tag des Zyklus‘ sie sich befindet, wissen nur wenige Frauen. Sie antworten stattdessen mit einem fragenden Blick oder ablehnenden Kommentaren wie: Was geht sie das denn an? Warum wollen sie das denn wissen? Warum fragen sie so viel?

Dabei ist ohne Antworten die Abgabe gar nicht möglich. Zur Wahl stehen zwei Wirkstoffe: Ulipristal (UPA) und Levonorgestrel (LNG). Beide sollte nach dem ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Versagen der Verhütung so schnell wie möglich eingenommen werden, denn dann ist die Wirksamkeit am größten. Die Sicherheit nimmt mit jeder Stunde, die vergeht, ab. Unterschiede gibt es jedoch in Bezug auf das Zeitfenster der Einnahme. Maximal drei Tage sind es bei LNG, der Progesteron-Rezeptor-Modulator UPA kann bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden.

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