Notfallkontrazeptiva

EllaOne: Apothekenbesuch ist Überwindung Carolin Bauer, 20.08.2018 14:54 Uhr

Berlin - Ein Malheur bei der Verhütung kann mit einer ungewollten Schwangerschaft enden. Ein Ausweg ist die „Pille danach“. Apotheker und PTA müssen seit dem OTC-Switch vor drei Jahren in Beratungsgesprächen mit Feingefühl auf Betroffene eingehen und über die Abgabe entscheiden. Der Hersteller HRA registriert, dass sich Frauen immer noch scheuen, das Notfallkontrazeptivum in der Offizin einzufordern.

Notfallkontrazeptiva mit dem generischen Levonorgestrel und Ulipristal (EllaOne, HRA-Pharma) wurden im März 2015 aus der Verschreibungspflicht entlassen. Die Zahlen der verkauften Präparate steigen seitdem. Notfallverhütungsmittel wurden im vergangenen Jahr 808.000 Mal verkauft. Das entspricht einem Plus von 7 Prozent im Vergleich zu 2016 (757.000 Fälle).

Laut HRA wird in Apotheken die Abgabe manchmal verweigert, obwohl die Frauen das Präparat eigentlich hätten nehmen können. „Das ‚Wegschicken‘ von Frauen in diesen Notsituationen kann im schlimmsten Fall zu einer ungewollten Schwangerschaft führen – zum Beispiel weil der Eisprung doch mal spät im Zyklus stattfand“, sagt Senior-Brandmanagerin Nadine Scholl.

Noch immer schämten sich viele Mädchen und Frauen für eine Verhütungspanne, sagt sie. „Es kostet Frauen Überwindung, in die Apotheke zu gehen.“ Das gehe aus Umfragen, Tests mit kleinen Gruppen und Forenbeiträgen im Internet hervor. „Wir möchten diese Barrieren abbauen, damit niemand aus diesem Grund ungeplant schwanger wird“, so Scholl. Einmal in der Apotheke, zeigten Frauen Verantwortungsbewusstsein. „PTA, Apotheker und Apothekerinnen sind hierbei die wichtigsten Ansprechpartner, die mit Empathie und Einfühlungsvermögen beraten und helfen können.“

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Weiteres
Markt

Gütesiegel

BGH: Auch Händler müssen Öko-Test bezahlen»

Alliance/Gehe-Deal

Pessina und die Allianz gegen Alliance»

Apothekensoftware

Bonpflicht & Co: Pharmatechnik erhöht die Preise»
Politik

Registrierkassengesetz

FDP legt Gesetz gegen Bon-Pflicht vor»

„Systematisch demontiert und des Landes verwiesen“

Lieferengpässe: Sanacorp klagt die Politik an»

Unzulässige Werbung

Kasse übertreibt mit Homöopathie-Erstattung»
Internationales

Minderheitsbeteiligung in Lieferdienst

Ärger mit Kartellamt: Amazon investiert in Deliveroo»

Grenz-Schmuggel

Mit Drogen im Koffer zum Osnabrücker Weihnachtsmarkt»

Tschechien

Computervirus legt Klinik lahm»
Pharmazie

Altersbedingte Makuladegeneration

Beovu: Konkurrenz für Eylea»

Neurodegenaration

Demenz durch zu viel Salz?»

Immuntherapie

Tecentriq: Erfolg bei Hautkrebs»
Panorama

Herztransplantationen

Organspende: Ermittlungen gegen Klinik»

Cyberkriminalität

Klinik: Patientenstopp wegen Hackerattacke»

Studie der DAK

Jedes 4. Schulkind mit psychischen Problemen»
Apothekenpraxis

Todesspritze für Ehemann

Mordversuch mit Insulin – Polizistinnen verurteilt»

So sollen Heilberufler kommunizieren

Arzt und Apotheke: Gematik will Fax ersetzen»

Großhandel

Alliance/Gehe: 42 Niederlassungen auf dem Prüfstand»
PTA Live

Giftstoffe

Acrylamid in der Weihnachtsbäckerei»

Polyneuropathie

Taubheitsgefühle mit TCM lindern»

Viruserkrankungen bei Kindern

Drei-Tage-Fieber: Harmlose Herpesinfektion»
Erkältungs-Tipps

Nahrungsergänzung im Winter

Zink & Vitamin C: Das Erkältungs-Duo»

Erkältungstipps

Anatomische Erkältungsreise: Nasennebenhöhlen»

Halsentzündungen

Seitenstrangangina: Selten aber schmerzhaft»
Magen-Darm & Co.

Fermentierte Lebensmittel

Besser als Probiotika? Kombucha, Kimchi & Co.»

Funktionelle Magen-Darm-Beschwerden

Reizmagen: Vielseitiger Symptomkomplex»

Magen-Darm-Beschwerden bei Kindern

Dreimonatskoliken: Schreiattacken mit unklarer Ursache»
Kinderwunsch & Stillzeit

Fitness in der Schwangerschaft

Mit Pilates durch die Schwangerschaft»

Tabuthema Pilzinfektionen

Vaginalpilz in der Schwangerschaft»

Wochenbettdepression

Vom Tief nach der Geburt»