Pille danach: Absatz fast verdoppelt

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Berlin - Die Schweizer Apotheker haben am Weltverhütungstag auf das Thema Notfallkontrazeption aufmerksam gemacht. Hierzulande ist die Pille danach seit zweieinhalb rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Nach heißen Debatten rund um den OTC-Switch hat sich die Aufregung um das Thema gelegt. Trotzdem steigt der Absatz immer weiter.

Pro Monat werden aktuell rund 70.000 Packungen der „Pille danach“ abgegeben, im Vergleich zum Vorjahr erwartet die Branche ein Wachstum von etwa 10 Prozent. Seit dem OTC-Switch hat sich der Absatz damit fast verdoppelt: Im Februar 2015, dem Monat vor der Rezeptfreiheit, hatte der Absatz noch bei etwas mehr als 38.000 Einheiten gelegen.

Nach Absatz entfallen etwa zwei Drittel auf das Präparate mit dem Wirkstoff Ulipristal, ein Drittel auf Levonorgestrel (LNG). Für das „modernere“ Ulipristal spricht der längere Zeitkorridor der Einnahme nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) sehen Ulipristal als Standard in der oralen Notfallkontrazeption.

Der patentgeschützte Wirkstoff ist in Deutschland unter der Marke EllaOne im Handel. Hersteller HRA Pharma hat mit dem Produkt PiDaNa zudem das erfolgreichste Levonorgestrel-Präparat in der Apotheke, auf das etwa 25 Prozent der Packungen entfallen. Damit deckt der französische Hersteller mit Deutschlandsitz in Bochum rund 92 Prozent des Marktes ab.

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