Oktoberfest in München

Kampf gegen Wiesngrippe und Maßkrugherpes Torsten Bless, 24.09.2018 14:55 Uhr

Berlin - In vielen Münchner Apotheken herrscht gerade Hochbetrieb. Etwa 500.000 Menschen sind während des am Samstag eröffneten Oktoberfests zusätzlich in der Stadt, 6,2 Millionen Besucher leerten im vergangenen Jahr 7,5 Millionen Maß Bier. Viele tragen dann feierbedingte Wehwehchen in die Offizin.

„Das Oktoberfest ist schon eine besondere Jahreszeit“, findet Doris Schwaabe, Inhaberin der SaniPep Apotheke im Einkaufs-Center Neuperlach. Um das richtige Flair zu schaffen, bedienten viele ihre Mitarbeiterinnen in diesen zwei Wochen zünftig im Dirndl. „Unser Job ist es, den Leuten dabei zu helfen, möglichst viel Spaß dabei zu haben, schön zu feiern und den nächsten Tag gut zu erleben.“

Gerade im Kampf gegen die „Wiesn-Grippe“ müsse sich die Apotheke jedes Jahr aufs Neue bewähren. „In der Regel ist es in der ersten Woche noch relativ ruhig bei uns, in der zweiten schlägt sie dann zu“, erzählt die Pharmazeutin. „Das Oktoberfest findet genau in der Zeit statt, in der das Wetter allmählich umschlägt. Abends sind viele noch etwas lockerer gekleidet unterwegs und damit anfälliger für Erkältungen.“ Entsprechend steige der Bedarf an Erkältungsmitteln gerade in dieser Zeit sprunghaft an.

Überhaupt lauerten in dieser Zeit überall die Infektionen. „Die Besucher kommen in dieser Zeit eng miteinander in Kontakt, in den Festzelten, in der U-Bahn.“ Viel werde nach Herpessalben oder -pflaster gefragt. Zwischenmenschlicher Lippenkontakt sei für eine Übertragung gar nicht unbedingt nötig. „Beim Oktoberfest sind besonders viele Menschen auf einem Haufen, auch auf den Maßkrügen sammeln sich Keime.“ Auf dem Wunschzettel stünden zudem Lutschtabletten. „Beim Geräuschpegel in den Zelten muss man viel schreien, und beim lauten Mitsingen leidet die Stimme.“

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