Pille danach: Belehrung statt Beratung

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Berlin - In Österreich wurden Apotheken auf ihre Beratung zur „Pille danach“ getestet. Statt pharmazeutischer Beratung und Fingerspitzengefühl erfuhren die Testkäuferinnen nach eigenen Angaben Rechtfertigungsdruck und abwertende Blicke.

Im Jahr 2009 wurde in Österreich die Rezeptpflicht für die „Pille danach“ aufgehoben, Frauen sollte ein hürdenloser Zugang zu dem Medikament ermöglicht werden. Ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zeigte, welche Hindernisse Frauen umgehen müssen, um das Medikament zu kaufen.

Getestet wurden 20 Apotheken in Wien, 19 von ihnen erhielten die Note „wenig oder nicht zufriedenstellend“. In Tirol bekamen 14 von 20 Apotheken ein schlechtes Zeugnis. Die Testkäuferinnen bekamen wenig Information über die richtige Anwendung, die Nebenwirkungen und Gründe für eine verminderte Wirkung. Stattdessen wurden die Frauen belehrt und mussten sich für den Kauf bei den Apothekern rechtfertigen.

Die W-Fragen in einem Beratungsgespräch sind wichtig, aber ein „Warum?“ beim Kauf der Pille danach ist eine schmale Gratwanderung: Die Testkäuferinnen verspürten einen Rechtfertigungsdruck. Eine Frau bekam nach ihrer Erklärung „das Kondom ist gerissen“ die Antwort „Ja ja, das sagen sie alle. Als ob das noch jemand glauben würde“. In einem anderen Fall wurde der einfache Zugang zum Notfallmedikament kritisiert. Die Testkäuferinnen erfuhren jedoch eine andere Wahrheit. „Man bekommt einen abwertenden Blick, obwohl man eh schon belastet in die Situation geht.“ Die Frauenbeauftragte der Stadt Wien sieht keinen Anlass die Gründe zu hinterfragen. „Wichtig ist, dass die Frauen wertfrei informiert werden.“ Anwendung und Wirkweise sind mit der Kundin zu besprechen.

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