HRA: Erst zur Apotheke, dann zum Arzt

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Berlin - Die Bundesapothekerkammer (BAK) hält sich mit Empfehlungen zur Abgabe der Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG) bei möglichen Interaktionen zurück. Der Hersteller HRA Pharma empfiehlt den Apothekern, die Kundin bei gleichzeitiger Einnahme eines CYP3A4-Induktors generell an den Arzt zu verweisen – nachdem sie die erste Tablette eingenommen hat.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Antiepileptika, Antimykotika, Virostatika und Tuberkulostatika sowie Johanniskraut-Präparaten kann die Wirkung der Pille danach durch schnelleren Abbau deutlich reduziert sein. Die Interaktion ist bis zu vier Wochen nach Absetzen der Dauermedikation möglich.

Gerade bei einigen dieser Patientinnen ist eine ungewollte Schwangerschaft unbedingt auszuschließen. Antikonvulsiva können teratogene Effekte haben; bei einer HIV-Infektion müsse eine Schwangerschaft besonders medizinisch betreut werden. „Daher liegt es uns am Herzen, dass diese Kundinnen nach dem Beratungsgespräch in der Apotheke zusätzlich ärztlich betreut werden“, schreibt HRA in einer Stellungnahme.

Die betroffenen Frauen sollten daher laut HRA generell einen Arzt aufsuchen. Zu Verzögerungen darf dies laut Hersteller aber nicht führen, da die möglichst frühzeitige Notfallkontrazeption essenziell sei, um dem Eisprung zuvorzukommen. Die Pille danach sollte entsprechend so schnell wie möglich eingenommen werden, um das akute Schwangerschaftsrisiko zu reduzieren. In der Praxis könne dann über weitere Maßnahmen wie das Einsetzen einer Kupferspirale oder die Einnahme einer zweiten Tablette entschieden werden.

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