Pille danach

Dosierung: Apotheker muss entscheiden Patrick Hollstein, 20.09.2016 10:13 Uhr

Berlin - Die Beratung zur Pille danach könnte demnächst in der Apotheke komplizierter werden. Denn nach der britischen Arzneimittelbehörde MHRA wird auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) neue Hinweise zur Abgabe herausgeben. Die Mitarbeiter müssen dann eigenverantwortlich entscheiden, ob die Kundin eine oder zwei Tabletten einnehmen soll.

Bei der Abgabe von Notfallkontrazeptiva müssen Apotheker nachfragen, ob die Patientin andere Medikamente einnimmt. Denn die Wirksamkeit des empfängnisverhütenden Präparats kann durch Interaktionen verloren gehen: Arzneimittel, die das Leberenzym CYP3A4 anregen, fördern den Abbau von Levonorgestrel (LNG) und reduzieren damit den Wirkstoffgehalt im Blut.

Der Effekt kann bis zu vier Wochen anhalten. Zu den betroffenen Wirkstoffen gehören unter anderem Antikonvulsiva wie Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Oxcarbazepin und Carbamazepin sowie Rifabutin, Rifampicin, Griseofulvin und Ritonavir, Efavirenz und Nevirapin. In der Fachinformation sind entsprechende Hinweise enthalten.

Im Mai war auf europäischer Ebene ein Verfahren gestartet, das in Großbritannien bereits zu neuen Hinweisen geführt hat. Auch das BfArM hat nach Informationen von APOTHEKE ADHOC bereits einen Hersteller stellvertretend für alle Anbieter aufgefordert, ein Informationsschreiben für die Fachkreise aufzusetzen. Dem Vernehmen nach handelt es sich um den Postinor-Hersteller Gedeon Richter.

APOTHEKE ADHOC Debatte