BAH schlägt Alarm: Sorge um Arzneimittelversorgung

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Berlin - Angesichts der mit der Corona-Krise einhergehenden Beschränkungen sorgen sich Arzneimittelhersteller um die Sicherheit der Arzneimittelversorgung. In einem aktuellen Positionspapier schlägt der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) Alarm und fordert offene Grenzen für den Warenverkehr: „Auch wenn die Lieferketten in unserer Industrie derzeit noch relativ stabil sind, so betrachten wir einzelne Entwicklungen jedoch mit großer Sorge“, so der BAH mit Verweis auf die Abhängigkeit von Lieferungen aus Indien, China und Italien. Arzneimittelhersteller müssten als systemrelevant eingestuft werden. 

Die BAH-Mitgliedsfirmen hätten versichert, dass die Produktion von rezeptfreien wie auch rezeptpflichtigen Arzneimitteln sowie Medizinprodukten trotz der angespannten Lage „weiter auf Hochtouren“ laufe. Wo möglich hätten die Hersteller bereits Kapazitäten erweitert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um auch in diesen schwierigen Situationen die Versorgung mit Arzneimitteln und Medizinprodukten zu gewährleisten. „Sie setzen alles daran, dass die Versorgung mit Arzneimitteln und Medizinprodukten trotz steigender Nachfrage und unter schwierigen Bedingungen sichergestellt ist“, so der BAH. Dabei trügen die Hersteller nicht nur Verantwortung für die Versorgung mit Arzneimitteln in Deutschland, sondern auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. „Zur Sicherstellung unserer Produktion und der Versorgung sind daher nationale Alleingänge, wie etwa Beschränkungen des freien Warenverkehrs, Exportverbote oder ähnliche Maßnahmen, zu vermeiden“, so der Verband.

Wie die deutsche Wirtschaft insgesamt so sind auch die Arzneimittel-Hersteller eng eingebunden in den internationalen Handel. Nach Angaben der Bundesregierung seien für die Zulassungen von verkehrsfähigen Arzneimitteln mit versorgungsrelevanten Wirkstoffen in Deutschland weltweit 1.344 Wirkstoffhersteller, europaweit 526 Wirkstoffhersteller und 96 Wirkstoffhersteller in Deutschland selbst im Arzneimittelinformationssystem des Bundes hinterlegt. „Die meisten Hersteller von Wirkstoffen, die als versorgungsrelevant eingestuft sind, befinden sind in Indien, China und Italien“, so der BAH weiter. Zeitgleich exportiere Deutschland Arzneimittel im Wert von über 80 Milliarden Euro.

Problematisch für die Versorgung könne die Situation werden, wenn einzelne Länder Exportverbote wie zuletzt in Indien oder Großbritannien oder Regelungen zur Sicherstellung oder Enteignung für relevante Wirkstoffe sowie Arzneimittel verhängten und somit Hersteller außerhalb ihres Territoriums nicht mehr beliefert würden. Vor dem Hintergrund des Ende März in Kraft getretenen „Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ und der dort vorgesehen Regelungen, etwa zur Sicherstellung von Arzneimitteln, sollte laut BAH berücksichtigt werden, dass etwaige Regelungen zu einer Minderversorgung anderer ausländischer Märkte in-und außerhalb der EU führen könnten. Diese Märkte könnten ihrerseits mit der Beschränkung für den deutschen Markt unverzichtbarer Waren reagieren (Kettenreaktion) reagieren. BAH: „Die Ausfuhrbeschränkungen für Schutzkleidung sind hier ein mahnendes Beispiel.“

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