Der Inhaber der Burg-Apotheke im bayrischen Weißenburg ist im vergangenen Jahr plötzlich verstorben. Seither läuft der Betrieb nur weiter, weil sich eine Apothekerin dazu bereit erklärt hatte, das Geschäft bis August zu verwalten. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger ist bislang erfolglos. Nun soll die Apotheke sogar verschenkt werden.
Am 5. August ist Klaus Wetzel im Urlaub tödlich verunglückt. Er hinterließ seine Burg-Apotheke in Bayern. Das Team war zunächst in Schockstarre. „Das kam alles so plötzlich, dass wir alle nicht recht damit umzugehen wussten“, berichtet Sigrid Kösztner, angestellte Apothekerin. „Seither verwalte ich die Apotheke und halte hier die Stellung.“ Wetzel sei ein ganz besonderer Mensch gewesen. „Er führte seine Apotheke mit viel Herz.“ Auch deswegen versuche man seither, die Versorgung aufrecht zu erhalten.
Die Vereinbarung laufe aber nur noch bis zum 1. August, beklagt sie. „Wird bis dahin keine Nachfolgerin oder kein Nachfolger gefunden, muss der Betrieb geschlossen werden.“ Das wolle niemand. „Unsere Kundschaft liebt uns, wir haben so viele Stammkunden, es kommen alle sehr gerne zu uns“, so Kösztner. Für die Menschen vor Ort wäre es eine Katastrophe, wenn die Apotheke schließen müsste.
Gemeinsam mit dem Bürgermeister und der Gemeinde habe man bereits versucht, Interessenten zu finden. „Aber meines Erachtens hatten wir den falschen Berater“, macht Kösztner klar. „Weil wir nicht wusssten, wie wir am besten in solch einer Situation handeln, haben wir zu spät angefangen, ernsthaft nach Nachfolgern zu suchen.“ Nun laufe die Zeit davon. „Wir haben immer noch keinen neuen Inhaber gefunden“, beklagt sie.
Dabei sei die Apotheke infrastrukturell gut eingebettet. „Wir haben viele Arztpraxen in unserer Nähe, mit denen wir sehr gut kooperieren. Es gibt ein Diabeteszentrum, eine Frauenarztpraxis und einige Hausärzte“, beschreibt sie. „Auch die Versorgung von Alten- und Pflegeheimen wäre denkbar.“ Der Betrieb bestehe seit mehr als 30 Jahren. „Dementsprechend ist auch die Stammkundschaft vorhanden. Man kennt sich untereinander.“
Kösztner hofft sehr, dass sich doch noch jemand findet, der sich für die Burg-Apotheke interessiert. „Es wäre so schade, wenn wir einfach schließen müssen.“ Weil bis jetzt niemand gefunden wurde, soll der Betrieb für den obligatorischen einen Euro angeboten werden. „Das ist geschenkt. Es müsste nur die Ablöse für das Warenlager gezahlt werden“, so Kösztner. Sogar die Renovierung der Räume würde der Vermieter übernehmen, betont sie.