Rabattverträge: BPI fordert Machtwort der Bundesregierung

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Berlin - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) fordert eine staatliche Anordnung zur bundesweiten Aussetzung der Rabattverträge. Die bisherige Einigung bis Ende April gehe zwar in die richtige Richtung, reiche aber langfristig nicht aus. Apotheken und Hersteller bräuchten Rechts- und Planungssicherheit, so der BPI. Deshalb müsse der Staat handeln und eine Aussetzung der Rabattverträge bis mindestens Ende Juni erwirken.

„Die Vereinbarung zwischen dem DAV und dem GKV-Spitzenverband zu einer erleichterten Abgabe von Arzneimitteln in der Apotheke ist ein erster Schritt, um die Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln stabil zu halten“, erklärte BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen am Mittwoch. „Diese Maßnahme kann aber nur ein Anfang sein, dem weitere folgen müssen. Sowohl die Apotheken als auch die Arzneimittelhersteller müssen Rechts- und Planungssicherheit haben, wie mit solchen Abweichungen umgegangen werden soll.“

Die Komplexität und Verflechtung der Normierungen bringe es mit sich, „dass nunmehr den pharmazeutischen Unternehmen Sanktionen drohen, die sie nicht zu vertreten haben“. Deshalb und weil allen Experten zufolge damit zu rechnen sei, dass die aktuelle Krise noch mehrere Monate anhalten werde, erachte man eine Befristung der Aussetzung bis Ende April für nicht ausreichend. „Um es allen Beteiligten zu ermöglichen, sich der Versorgung der Patienten zu widmen, ist eine staatlich angeordnete Aussetzung bis Ende Juni 2020 notwendig“, so Joachimsen.

Darüber hinaus sei es nicht verständlich, wenn bereits in der jetzigen Phase neue Rabattverträge ausgeschrieben werden. „Es zeigt sich doch, dass gerade diese Systematik nicht zu einer Stabilisierung der Arzneimittelversorgung führt“, so der BPI-Hauptgeschäftsführer.

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