Ersatzkassen lockern Abgaberegeln

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Berlin - Die Corona-Krise fordert besondere Maßnahmen, auch von den Kassen. Nachdem die AOK Rheinland/Hamburg vor wenigen Tagen die Abgaberegeln für Apotheker gelockert hat, ziehen nun die Ersatzkassen nach. Wie der Vdek informiert, wurde für rund 28 Millionen Versicherte eine Sonderregelung getroffen.

„Um die Zahl der Personenkontakte in Apotheken zu reduzieren und damit das Risiko einer Infektion mit dem neuen Coronavirus (Sars-CoV-2) zu verringern, lockern die Ersatzkassen […] die Regelungen zur Abgabe von Arzneimitteln“, teilt der Vdek mit. Die Lockerungen bei der Abgabe gelten für Versicherte von TK, Barmer, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK.

Was ändert sich?

Apotheker können ab sofort bei Versicherten der Ersatzkassen statt dem Rabattpartner auch ein nicht-rabattiertes Arzneimittel abgeben. Möglich ist die Abweichung vom Rabattvertrag unter folgender Bedingung: „Dies gilt dann, wenn das rabattierte Medikament in der Apotheke, die der Patient aufsucht, nicht mehr vorrätig ist.“

Die Einigung soll verhindern, dass die Betroffenen die Apotheke ein weiteres Mal aufsuchen müssen, um ein das bestellte Medikament abzuholen oder eine andere Apotheke aufsuchen zu müssen, um versorgt zu werden. Die Regelung ist zunächst bis zum 30. April 2020 befristet.

Sonderregel ist Schutzmaßnahme

Insbesondere für ältere und vorerkrankte Patienten ist die Regelung eine Schutzmaßnahme. „Die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Ersatzkassen leisten ihren Beitrag dazu, wo immer es möglich ist. Mit der kurzfristig getroffenen Regelung zur Arzneimittelabgabe schützen wir insbesondere ältere und vorerkrankte Patienten, die Apotheken besonders häufig aufsuchen. Zugleich ist es ein Beitrag zur Verringerung des allgemeinen Infektionsrisikos“, erklärt die Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner.

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