Ausländische Apothekerinnen und Apotheker sollen es leichter haben, in Deutschland zu arbeiten. Im Herbst soll das entsprechende Gesetz in Kraft treten. Im baden-württembergischen Wolfschlugen hofft man auf eine frühere Klärung. Denn dort ließ sich der ägyptische Apotheker Samy Shalaby nieder. Er arbeitet in der Rosen-Apotheke aktuell im Status eines PKA. Das Team bemüht sich, nicht am Bürokratie-Dschungel zu verzweifeln.
In der kleinen Landapotheke von Gunter Wagner soll das Team erweitert werden. Aktuell sind es drei Mitarbeitende, die sich um die Versorgung des rund 6000 Einwohner zählenden Ortes kümmern. „Mehr wären besser“, sagt Apothekerin Alexandra Syska. Seit zwei Wochen unterstützt Shalaby die Truppe. „Er ist hoch motiviert und spricht sehr gut Deutsch.“ Für seine Fachsprachenprüfung lerne er fleißig.
Gemeinsam mit der Unterstützung seiner Kolleginnen und des Chefs versucht der 32-Jährige, die deutsche Approbation zu erlangen. Einfach sei dies nicht, sagt Syska. Denn es müssten verschiedene Behörden angefragt werden. „Es gibt leider keine einheitliche Vorgehensweise. Keiner weiß so recht, was zu tun ist.“
Dazu komme, dass er sein Anerkennungsverfahren zunächst von seinem Heimatland aus in Bayern angemeldet habe, jetzt aber seit Ende Juni in Baden-Württemberg wohne. Deshalb müssten die dort eingereichten Unterlagen transferiert werden. Das Regierungspräsidium verlange darüber hinaus weitere Angaben zur Ausbildung in Ägypten. „Sie wollen dort andere Unterlagen als in Bayern.“
Die Apothekerkammer und das Arbeitsamt seien informiert, dass er in der Apotheke tätig sei. „Ich wünsche mir weniger Bürokratie und eine einheitliche Regelung. Sicher sind die Behörden bemüht“, sagt Wagner. Das neue Gesetz zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen soll erst im November in Kraft treten. Damit sollen die Anerkennungsverfahren von Ärztinnen und Ärzten, Zahnärztinnen und Zahnärzten, Apothekerinnen und Apothekern sowie Hebammen entbürokratisiert, vereinheitlicht und digitalisiert werden. Ein wichtiger Schritt: Laut Bundesapothekerkammer (BAK) könnten bis Ende 2033 mehr als 7000 Apothekerinnen und Apotheker in den Apotheken fehlen.
„Es wäre eine Erleichterung, wenn er bereits unter Aufsicht arbeiten könnte und nicht nur hinten ist. Wie soll er sonst lernen, wie es bei uns in der Praxis läuft“, sagt Syska. Das Prozedere sei viel Arbeit und koste viel Zeit. Das Team in Wolfschlugen hofft, dass er trotz schlechter Aussichten bald einen Termin für die Fachsprachenprüfung bekommt und damit den nächsten Schritt Richtung deutscher Approbation meistern kann.
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