Das gibt es hier nicht – „In Russland haben wir das aber!”

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Berlin - Kundenwünsche sind nicht nur auf Produkte limitiert, die hierzulande vertrieben werden. Als guter Apotheker muss man mehr drauf haben. So sollte man wissen, welche Alternativen es gibt und ob es überhaupt Alternativen gibt. Das erwarten zumindest die Kunden.

Die vergangenen Wochen waren turbulent, hier ein Valsartan-Skandal, da ein mutmaßlicher Zyto-Schmuggel, zwischendurch die Forderung, die Importquote abzuschaffen. Was bleibt übrig: Genau, Vertrauensverlust. Sowohl von unserer Seite in die Politik, als auch von Patientenseite in Forschung, Medizin und in uns.

Während wir uns mit solchen Problemen herumschlagen, haben die Kunden meist andere Interessen. Sie wollen qualitative und wirksame Produkte kaufen, ohne Folgeerkrankungen in Kauf nehmen zu müssen. Es soll günstig und sofort verfügbar sein. „Immer müssen Sie alles bestellen!”, hört man. Der Kunde hat nicht unrecht. Warum bin ich nicht freier im Austausch verordneter Arzneimittel? Ob sich das jemals ändern wird? Ich glaube nicht. Das Gesundheitssystem steuert auf eine Krise zu, es muss sich dringlich etwas ändern.

Meine Gedanken werden von der Notdienstklingel unterbrochen. Ich sehe eine Frau, Mitte 40, mit Tablettendose in der Hand. Sie freut sich, dass ich komme. „Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?”, frage ich sie. Sie spricht mittelmäßig gutes Deutsch mit russischem Akzent. „Ich brauche dieses Medikament. Meine Mutter ist zu Besuch bei uns und leider sind ihr die Tabletten ausgegangen.“

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