Sind diese Tropfen vegan?

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Berlin - Wieder einer der Tage, an dem ich denke: „Ach, wie sehr vermisse ich doch meine Couch und meinen Fernseher.“ Doch keine Zeit für Gefühle, der Nachtdienst steht an und ich bin jetzt Helfer in der Not.

Max, mein treuer Freund, ist jetzt erstmal unter der Dusche. Er war heute viel im Einsatz, denn vier Rezepturen standen auf dem Programm. Als Fantaschale hat man ein anstrengendes Leben, sagte er mir letztens. Denn ständig werde er einfach nur als Mittel zum Zweck genutzt. Dem stimme ich zu, ich bin für die Krankenkassen auch nichts anderes. Während er seine Salbenreste abschrubbt, bereite ich schon mal mein Bett vor. Man weiß ja nie, wie viel los ist.

Der Nachtdienst beginnt mit zwei Kunden, Erkältungsmittel sind gefragt. Der eine wollte Nasentropfen für Babys, der andere brauchte eine Erkältungssalbe für Erwachsene. Ich weiß, wie anstrengend es ist, wenn man kaum atmen kann. Ausnahmsweise gebe ich im Notdienst ein Geschenk mit, aber bei einer laufenden Nase sind Taschentücher eben Gold wert.

Während der Wasserkocher auf Hochtouren läuft, um mir gleich meinen grünen Tee schmackhaft zu machen, klingelt das Telefon: „Sie müssen mir helfen, ich habe eine dringende Frage“, sagt die junge Frau besorgt. Ihre Freundin hätte ihr ein pflanzliches Mittel gegen Schnupfen und Entzündungen bei Nasennebenhöhlenentzündungen vorbeigebracht. „Sind diese Tropfen vegan?“ Die Angaben des Beipackzettels hätten sie irritiert, da stehe „Apis“. Google spucke bei diesem Wort Honigbienen aus. Soll ich jetzt wirklich im Nachtdienst erklären, was der Unterschied zwischen pflanzlichen und homöopathischen Arzneimitteln ist?

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