„Sie sind schuld, wenn ich sterbe!“

, Uhr

Berlin - Es ist wieder eine dieser Nächte. Draußen ist es besonders dunkel, der Regen prasselt an die Fenster und der Wind bläst so heftig, dass die Rolläden am Nachtdienstzimmer klappern. So dunkel wie die Nacht sind auch meine Gedanken. Gerade bin ich erschrocken aufgewacht. Ich bin voller Zweifel und in einem Gewissenskonflikt. Habe ich vorhin richtig entschieden? Ich stehe auf und laufe in die Rezeptur, aufgelöst erzähle ich meinem treuen Freund, der Fantaschale Max, meine Gedanken.

„Er will mir nicht aus dem Kopf gehen, dieser Satz: ‚Sie sind schuld, wenn ich sterbe!‘, hatte mir eine Kundin entgegnet und die Kundenkarte auf den Tresen geworfen, ‚die brauche ich dann auch nicht mehr‘, brüllte mir die Frau entgegen.“ Aber was hast du denn gemacht, fragt Max. Hast du etwas Falsches abgegeben oder eine Wechselwirkung nicht beachtet? „Nein“, antwortete ich. „Ich habe der Dame das verschreibungspflichtige Medikament nicht mitgegeben.“

Dann hast du doch alles richtig gemacht, zischt Max, ich weiß gar nicht was du hast? „Dieser Gewissenskonflikt frisst mich auf. Ich wollte doch so gerne helfen. Apothekerin ist für mich doch kein Beruf, sondern eine Berufung, ich will doch den Menschen helfen und niemanden töten. Das nagt sehr an mir.

Natürlich weiß ich, dass ich ohne Rezept kein verschreibungspflichtiges Medikament abgeben darf. Was ich machen will und darf, sind zwei verschiedene Paar Schuhe.“ Nun beruhige dich doch erstmal. Was ist denn genau passiert?, fragt Max.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Großhandel Kippels (CDU) besucht Noweda
Kippels (CDU) besucht Noweda»
Erklärung für schwere Verläufe?
Seneszenz: Sars-CoV-2 lässt Zellen altern»
Neuer Antikörper bei Psoriasis
UCB launcht Bimzelx»
Chronische Nierenerkrankung
Astellas bringt Evrenzo bei Anämie»