In der Dr. Lehmanns Apotheke am Meilenstein in Bielefeld ist eine Rezeptfälschung aufgeflogen. Das Team war alarmiert. Denn das Gesundheitsamt hatte vergangene Woche vor möglichen falschen Verordnungen gewarnt. Tatsächlich kam am Montag ein junger Mann in die Offizin und wollte ein etwa 1000 Euro teures Arzneimittel abholen – die Polizei erwischte ihn.
Der Jugendliche kam am Montagnachmittag in die Apotheke, um ein Allergiemittel abzuholen. Es sei bereits für Freitag vorbestellt gewesen, sagt Inhaberin Wiebke Mareile Schörner. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei die Fälschung aufgefallen, denn die Behörde habe vor falschen Verordnungen gewarnt.
Die Apothekerin informierte die Polizei. „Ich hatte gleich den Eindruck, dass er das zum ersten Mal macht, weil er sehr unbedarft war und wir ihn gut hinhalten konnten.“ Dennoch wurde er letztlich ungeduldig und verließ die Apotheke. In diesem Moment sei die Polizei gekommen und der Täter ergriff laut Polizeiangaben die Flucht.
Die Ermittler stellten ihn jedoch nach einer kurzen Verfolgung. Der laut Polizeiangaben unter 18 Jahre alte Jugendliche gab an, von zwei Unbekannten angesprochen worden zu sein. „Er sollte ein Medikament abholen und dafür 20 Euro bekommen.“ Die Beamten leiteten ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung ein.
Schörner fragte unterdessen bei dem auf dem Rezept angegebenen Hausarzt nach. Der Verdacht bestätigte sich, das Rezept sei dort nicht ausgestellt worden.
In der vergangenen Woche konnte in Würzburg ein Rezeptfälscher noch in der Apotheke festgenommen werden. Am Donnerstagabend legte er ein gefälschtes Rezept für Schmerzmittel vor. Bei der Wohnungsdurchsuchung wurden weitere Rezepte und verschreibungspflichtige Medikamente gefunden, berichtet die Bayrische Polizei.
Am Nachmittag versuchte der 24-jährige syrische Staatsangehörige zuvor an das Rx-Schmerzmittel zu gelangen. Die Angestellte in der Apotheke habe die Fälschung aber erkannt und die Polizei verständigt. Als der Tatverdächtige die Medikamente am Abend abholen wollte, wartete die Polizei bereits und nahm ihn fest. Gegen den Täter wird nun unter anderem wegen Urkundenfälschung, versuchten Betruges und einem Verstoß nach dem Arzneimittelgesetz ermittelt.
Ebenfalls in Bayern bestellte ein Mann in einer Apotheke in Oberasbach am Montagmittag vergangener Woche ein Psychopharmakon unter Vorlage eines gefälschten Rezepts. Den Apothekenmitarbeitern seien laut Polizei Zweifel an der Echtheit des Dokuments gekommen, woraufhin sie die Polizei verständigten.
Zwischenzeitlich verließ der Mann die Apotheke. Die Überprüfung des Rezepts bestätigte den Verdacht, dass es sich um eine Fälschung handelte. Anhand eines Lichtbildes erkannten die Beamten den 28-jährigen deutschen Täter aufgrund eines früheren Falls wieder. Nun wird gegen ihn wegen des Verdachts der Urkundenfälschung ermittelt.