AVMV appelliert an Kassen

Oelze: Apotheken nicht für Fälschungen bestrafen

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Berlin -

In Mecklenburg-Vorpommern sind zuletzt mehrere Fälle von Rezeptfälschungen aufgedeckt worden. Der Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern (AVMV) schreibt dies auch der schnellen Reaktion der Apotheken vor Ort, dem kollegialen Austausch unter den Inhaber:innen, der Unterstützung der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern (AKMV) sowie der Zusammenarbeit mit den mutmaßlich betroffenen Arztpraxen zu. Dass Apotheken im Zweifelsfall aber auf dem Schaden sitzen bleiben, gehe nicht, macht der Verband deutlich.

Aufgrund der gehäuften Fälle sah sich auch die Polizei dazu bewogen, die Apotheken zu warnen und zu erhöhter Wachsamkeit aufzurufen. Im Rahmen der aktuellen Rezeptfälschungen konnte die Polizei bereits Tatverdächtige festnehmen; der AVMV begrüßt dies ausdrücklich. Das erfolgreiche Vorgehen gegen die professionellen Fälschungen zeige die Bedeutung der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, denn alle Akteure hätten hier im Zusammenspiel mit der Polizeiarbeit unterstützt.

„Dieses Zusammenspiel zeigt, wie wichtig funktionierende regionale Strukturen sind. Apothekerinnen und Apotheker kennen ihre Patientinnen und Patienten, prüfen Verordnungen sorgfältig und übernehmen Verantwortung. Gleichzeitig bewegen wir uns dabei selbstverständlich innerhalb klarer gesetzlicher Vorgaben, insbesondere beim Schutz sensibler Gesundheitsdaten“, so der AVMV-Vorsitzende Markus Oelze.

Der Verband weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass Rezeptfälschungen kein Kavaliersdelikt sind. Immerhin gefährdeten sie nicht nur die Arzneimittelsicherheit, sondern brächten auch teils erhebliche finanzielle Schäden für die Solidargemeinschaft mit sich; hier gehe es auch um Beitragsgelder. „Unsere Apothekenteams gehen täglich sehr verantwortungsvoll mit Verordnungen um. Gerade hochprofessionelle Fälschungen zeigen aber, dass Kriminelle mit erheblichem Aufwand versuchen, bestehende Schutzmechanismen zu umgehen“, so Oelze.

Fälschungen nicht zulasten der Apotheken

Der AVMV appelliert daher an die Krankenkassen, diesen Beitrag der Apotheken als partnerschaftliche Zusammenarbeit anzuerkennen, heißt es vom Verband. Denn trotz sorgfältiger Prüfung seien manche Fälschungen nur sehr schwer oder gar nicht als solche zu erkennen – die Verantwortung für das kriminelle Handeln Dritter sollte in solchen Fällen nicht einseitig auf die Apotheke übertragen werden.

„Apotheken, Arztpraxen, Krankenkassen und Ermittlungsbehörden haben hier ein gemeinsames Ziel: Wir wollen verhindern, dass Kriminelle unser Gesundheitssystem ausnutzen. Das gelingt nur durch Zusammenarbeit, gegenseitiges Vertrauen und faire Lösungen“, so Oelze. Man werde hier weiter geschlossen gegen die Rezeptfälschungen vorgehen. Zuletzt hatte es ein Täter beispielsweise Mitte des Monats in einer Apotheke in Pampow versucht und wollte ein Krebsmedikament im Wert von 3200 Euro ergaunern.

Das Rezept sei zunächst unauffällig gewesen, so die Polizei, aber „eine Recherche in der eigenen Datenbank sowie der Nachfrage bei der angegebenen Krankenversicherung“ habe den Betrugsversuch bestätigt. Über das von der Apotheke erkannte Kennzeichen des Autos des Täters konnte dieser ermittelt und vorerst festgenommen werden.

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