In einer Apotheke in Frankfurt am Main konnte ein Rezeptbetrug erfolgreich verhindert werden. „Der Tatverdächtige wartete sogar seelenruhig bei uns in der Offizin, bis die Polizei eintraf.“ Der Schaden wäre enorm gewesen, denn verordnet war ein hochpreisiges Krebsmedikament.
Per telefonischer Anfrage wollte ein Mann ein Krebsmedikament bestellen. „Verordnet war Welireg 40 mg 90 Stück“, berichtet der Inhaber. „Meine Kollegin nahm den Anruf entgegen und schaltete sofort, da es sich um einen Hochpreiser handelte.“ Der Einzelpreis einer N3-Packung liegt bei über 17.800 Euro. Eingesetzt wird der Wirkstoff Belzutifan, um die Wirkung eines Proteins zu hemmen, das am Zellwachstum beteiligt ist.
„Sie forderte den Mann auf, uns vorab ein Foto des Rezeptes zu schicken oder es im Original in der Apotheke vorzulegen, vorher würde sie keine Bestellung auslösen.“ Der Anrufer habe dies zunächst zugesichert. „Geschickt hat er im Endeffekt jedoch nichts“, so der Inhaber.
Ausgerechnet am Samstag wollte er das Papierrezept dann doch vor Ort einlösen. „So, dass niemand Rücksprache halten kann“, so der Inhaber. „Meinem zu diesem Zeitpunkt anwesenden Kollegen kam das Rezept jedoch auch sofort spanisch vor.“ So habe der Wohnort und auch der Ort der Praxis nicht zur Apotheke gepasst.
„Mein Mitarbeiter hat dem Verdächtigen einfach erst mal eine Blanko-Abholnummer mitgegeben und ihm gesagt, er könne wiederkommen und dann bezahlen“, schildert der Inhaber. Der Mann habe daraufhin aber das Rezept zurückgefordert. „Er kam aber am Montag noch mal wieder.“ Die anwesende Kollegin konnte per Anruf in der verschreibenden Praxis schnell klären, dass es sich um eine Fälschung handelte.
„Daraufhin riefen wir dann die Polizei“, so der Inhaber. „Der Mann war ganz ruhig und hat sogar in der Apotheke gewartet.“ Als die Beamten eintrafen, habe er erzählt, dass er im Park von anderen angesprochen worden sei. „Man fragte ihn, ob er das Rezept in der Apotheke einlösen könne“, so der Inhaber.
In einer Gruppe aus Apothekeninhaberinnen und -inhabern warnte er bereits die umliegenden Apotheken. „Zudem haben wir in der Arztpraxis erfahren, dass wohl mehrere gefälschte Rezepte im Umlauf sind. Der Patient und dessen Adresse existieren gar nicht“, erklärt er.