Nachtdienstgedanken

13 Anzeichen für: „Das Studium hat Spuren hinterlassen”

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Berlin -

Das Pharmaziestudium beschert Studenten ganz besondere Erlebnisse. Wer bis zum letzten Semester durchgehalten hat, weiß, dass nichts mehr so wie früher ist. Manchmal kristallisiert sich im Alltag aus, wer wie viel vom Studium mitgenommen hat. „Auskristallisation” – schon bei der Wortwahl fängt es an.

1. Anbrüche im Haushalt: Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn du verschiedene Anbrüche eines Nahrungsmittels, beispielsweise Nudeln, in ein Standgefäß gibst. Das kann doch nicht gut gehen!

2. Nagellackentferner: Du füllst eine kleine Menge in den Deckel, nutzt die Lösung mit einem Wattestäbchen und kippst den Rest wieder in die Flasche zurück. Danach fällt dir ein, dass du das nicht machen solltest. Stichwort: Verunreinigung des Lösungsmittels. Wenn das die Assistenten sehen würden…

3. Wasser für den Eierkocher: Du misst das Wasser entsprechend der Anzahl der Eier mit dem dazugehörigen (Mess-)Becher genau ab und beachtest den Meniskus. Denn 1 μl Wasser mehr hätte auf jeden Fall negative Konsequenzen für dein Frühstücksei…

4. Apropos Ei: Wenn du dir Eier kochst oder auch in der Pfanne zurecht machst, weißt du, dass es keinen Weg zurück gibt! Denn wegen der hohen Temperaturen kommt es zur Denaturierung der Proteine – und dieser Vorgang ist bekanntlich irreversibel.

5. Verbrennungen: Du passt beim Nudelkochen auf, weil du weißt, dass Verbrennungen mit Wasserdampf besonders gefährlich sind. Da Wasserdampf eine große Wärmeübergangszahl hat, ist folglich auch die übertragene Wärmemenge groß. Diese Wärme kann dabei schnell und tief in die Haut eindringen. Tückisch ist, dass die Haut die aufgenommene Wärme nur relativ langsam wieder abgibt; so kann die Hitze länger auf das Gewebe einwirken und es schädigen. Usw. usf.

6. Haushaltszucker: Für andere ist es Zucker, für dich Saccharose. Und warum Würfelzucker eine andere Summenformel als Feinzucker hat und wie diese aussieht, weißt du auch.

7. Tee: Du hast deinen grünen Tee lange ziehen lassen und er schmeckt jetzt bitter? Du kennst die Schuldigen – die Gerbstoffe.

8. Milch: Für andere ein Nahrungsmittel, für dich vielleicht auch. Aber du kennst Milch auch als ein fein verteiltes Gemisch zweier Flüssigkeiten, die sich normalerweise nicht vermischen – eine Emulsion.

9. Geröstetes: Du weißt, welche Namensreaktion sich hinter der Braunfärbung verbirgt. Es ist die Maillard-Reaktion, eine nicht-enzymatische Bräunungsreaktion, bei der Amine mit reduzierenden Verbindungen unter Hitzeeinwirkung zu Melanoidinen reagieren. Diese Endprodukte sind geschmacksintensiv und für das typische Aroma und die Färbung von Geröstetem, Gebackenem und Gebratenem mit hohem Eiweißanteil verantwortlich.

10. Duschschaum: Wenn du auf Reisen bist und das Wasser nach Anwendung von Shampoo beziehungsweise Duschgel mehr oder weniger schäumt, kannst du das auf die Wasserhärte und damit auf die Konzentration der Calcium- und Magnesiumionen zurückführen.

11. Antibakterielle Badreiniger: Du fragst dich nicht, warum der Badreiniger „nur“ 99,9 statt 100 Prozent gegen Keime wirkt. Denn du weißt, dass das nicht mit Marketing oder Ähnlichem, sondern mit dem exponentiellen Wachstum von Bakterien zu tun hat: Die Konzentration der Erreger nimmt exponentiell zu und auch ab. Damit wird nie der Nullpunkt erreicht.

12. Kuchen backen: Wenn der Teig den Rührstab hinauf klettert, statt in der Schüssel zu bleiben, weißt du, dass das der Weissenberg-Effekt ist.

13. Joghurt: Stichfesten Joghurt, den du rührst, kriegst du nie wieder stichfest. Das muss man dir nicht sagen, denn du weißt den Grund: Diese Strukturveränderungen nach dem Zerdrücken sind aufgrund der Rheologie irreversibel.

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