Rettungsdienst statt Antihistaminika

Notdienst-Apotheker rettet Nussallergiker

, Uhr
Berlin -

Nachts sind Apotheken für Notfälle geöffnet. Diese Leistung hat in Mainz einen Mann gerettet, der nichts von seiner Nussallergie wusste. Inhaber Florian Faßbender empfahl ihm am späten Abend, mit seinen Symptomen dringend den Rettungsdienst zu rufen. Am Morgen kam nicht nur die erlösende Antwort für den Apotheker, sondern auch ein Versprechen.

Faßbender ist ein erfahrener Apotheker und führt die Mogon-Apotheke seit drei Jahren selbst. Zuvor war er als Angestellter dort tätig – und leistete bereits sehr viele Notdienste. Vor einer Woche kam es zu einem Ernstfall. „Ich hatte Notdienst von Dienstag auf Mittwoch. Da kamen gegen 21:30 Uhr zwei Herren mit Beeinträchtigung, einer im Rollstuhl“, sagt der Inhaber.

Apotheker nimmt Atemnot ernst

Der Mann im Rollstuhl habe über Juckreiz im Mund und Hals sowie leichte Atemnot geklagt. „Er wollte ein Antihistaminikum“, sagt der Apotheker, der den Fall damit jedoch nicht abschließen wollte. „Ich habe ihn überzeugen können, direkt den Notarzt rufen zu dürfen, weil man ja als betrieblicher Ersthelfer weiß: Bei Atemnot immer schnell professionelle Hilfe holen.“

Zwischenzeitlich holte er bereits Fenistil-Tropfen und einen Epipen zur Notfallbehandlung einer schweren allergischen Reaktion heraus, um während der Wartezeit bei einer drohenden Verschlimmerung reagieren zu können. Der Rettungsdienst sei jedoch schnell in die Apotheke gekommen. „Es stellte sich heraus, dass eine Nussallergie besteht und die Herren zuvor asiatisch essen waren, der Verdacht fiel auf Erdnüsse“, so der Inhaber.

Rettungsdienst behandelt Kunden

Der Mann sei im Rettungswagen direkt behandelt worden. „Die Atemnot wurde dann auch schnell akut und wurde mit Adrenalin und Kortison bekämpft. Der Herr kam ins Krankenhaus.“ In der Apotheke blieb der große elektrische Rollstuhl zurück. „Ich habe ihn in die Apotheke gefahren und sicher geparkt.“

Am nächsten Morgen um 6:30 Uhr habe das Krankenhaus angerufen und mitgeteilt, dass der Mann wohlauf und entlassen worden sei. „Sie fragten, ob ich noch da sei, damit er seinen Rollstuhl bekomme.“ Eine Stunde später habe der Mann seinen Rollstuhl wieder bei sich gehabt. Er war sichtlich froh über die Hilfe in der Vor-Ort-Apotheke: „Es war alles erledigt, der Herr glücklich auf dem Heimweg und versprach, Rezepte nur noch bei uns einzulösen, weil er ohne uns wohl die Nacht eventuell nicht überlebt hätte.“

Apotheke nachts leicht zu erreichen

Faßbender betont, wie wichtig die wohnortnahe direkte Versorgung durch Apotheken ist: „Der Fall hat mir mal wieder gezeigt, wie wichtig es sein kann, schnell und niederschwellig auch nachts Hilfe zu bekommen, wenn man den Ernst der Lage vielleicht auch selbst nicht so gut einschätzen kann“, sagt er.

Guter Journalismus ist unbezahlbar.
Jetzt bei APOTHEKE ADHOC plus anmelden, für 0 Euro.
Melden Sie sich kostenfrei an und
lesen Sie weiter.
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz