Mit dem Paket zur Apothekenreform hat die Politik im letzten Teil das Honorar aus der Hand gegeben: Ab Januar 2028 soll die Apothekerschaft ihre Vergütung einmal jährlich mit dem GKV-Spitzenverband verhandeln. Die Landesapothekerkammer Hessen forderte in einem Antrag zum Deutschen Apothekertag (DAT) die Professionalisierung der Verhandlungen. Die Abda sollte demnach eine feste Expertengruppe aufstellen, die die Strategie erarbeitet und die Verhandlungen führt. Doch der Antrag fand keine Mehrheit.
„Die Politik hat entschieden: Wir dürfen, können und wollen unser Honorar selbst verhandeln“, sagte Kammervize Dr. Schamim Eckert. Der Aufschlag hier werde von fundamentaler Bedeutung sein, betonte sie. Sie appellierte an die Delegierten, für zusätzliche Inhouse-Kompetenzerweiterungen zu stimmen.
„Wir haben ein absolut professionelles Team im Haus – mit der Verhandlungskommission, die bereits seit Jahren sehr erfolgreich verhandelt, auch im Schiedsverfahren. Hier haben wir bisher immer sehr erfolgreich gearbeitet“, konterte Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV). Das Verhandlungsteam bestehe aus professionellen Experten, die sich bereits in die verfügbaren Datenquellen eingearbeitet hätten und vollen Einsatz zeigten.
Zudem werde man die Verhandlungsgruppe ohnehin noch um zwei Personen aufstocken. Details zu den Kriterien wolle er dabei öffentlich nicht nennen.
Abda-Jurist Michael Jung stellte klar, dass der Antragsgegenstand nicht Aufgabe der Hauptversammlung, sondern Aufgabe des Vorstandes beziehungsweise der Mitgliederversammlung sei.
Er habe sich mehr Professionalität der Kollegen in Hessen gewünscht, blaffte Thüringens Verbandschef Stefan Fink – und stellte den Antrag, die Beratungen zu beenden. Dr. Otto Quintus Russe aus Hessen hielt dagegen – und kritisierte Finks Ausdrucksweise. Auch von Vorstandsmitgliedern wünsche er sich mehr Professionalität: So sei er im ICE mitgefahren und habe im Waggon lautstark mit anhören können, wie der aktuelle Stand um die Paritätische Stelle sei, weil es ein Vorstandsmitglied lautstark mitteilte. „So viel zur Professionalität.“
Finks Antrag wurde angenommen, die Beratungen über den Antrag wurden ohne weitere Diskussion beendet.
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