Orthomol bringt seine Marke „Essentials“ in die Apotheke. Ab dem kommenden Jahr können die Vitamin- und Mineralstoffpräparate in der Offizin verkauft werden.
Der Hersteller aus Langenfeld hatte die Marke im Mai lanciert. Zunächst waren die Produkte nur im eigenen Webshop erhältlich – das Team wollte zunächst testen, wie die Reaktion der Kundinnen und Kunden ausfallen würde. Immerhin ist das Unternehmen mit komplexen Mikronährstoffkombinationen groß geworden.
Die Monopräparate sollen das Sortiment sinnvoll ergänzen, Zielgruppe sind Verbraucherinnen und Verbraucher, die gezielt nach einzelnen Nährstoffen suchen. Neben den bisherigen Erfahrungen und gesamtstrategischen Überlegungen seien auch die Entwicklung der Nachfrage sowie Rückmeldungen aus dem Markt und von Apothekenteams in die weitere Bewertung der Vertriebsstrategie eingeflossen, so Geschäftsführer Dr. Jörn Weißenfeld.
Es ist bereits der zweite Anlauf in diesem Bereich: Bereits vor Jahren hatte Orthomol die Marke „Pure+Green“ lanciert, allerdings war der Hersteller damals seiner Zeit zu weit voraus. Mittlerweile setzen verschiedene Hersteller auf Monopräparate, dazu gehören Pro Medico mit Pure, aber auch Anbieter, die ausschließlich im Internet verkaufen.
Weißenfeld betont, dass Orthomol künftig noch intensiver den Dialog mit den Apothekenteams suchen und die Kommunikation zu Veränderungen bei Sortimenten, Vertriebswegen und Formen der Zusammenarbeit weiter verbessern wolle. Eine belastbare Partnerschaft setze nicht voraus, dass Industrie und Apotheke jede Entwicklung gleich bewerteten. Sie erfordere vielmehr, unterschiedliche Interessen offen anzusprechen, Entscheidungen zu erklären und Rückmeldungen aus der Praxis ernst zu nehmen. Die Apothekenbindung müsse sich deshalb auch künftig in konkreten Entscheidungen und Investitionen zeigen.
Für Orthomol soll die Apotheke weiterhin der zentrale Partner für Beratung, Versorgung und Vertrauen bleiben. Weißenfeld, selbst Apotheker, verweist auf die besondere Bedeutung der persönlichen und pharmazeutischen Einordnung. Digitale Informationen könnten eine Beratung vorbereiten, bei komplexen Produkten, individuellen Voraussetzungen oder Unsicherheiten bleibe die qualifizierte Beratung in der Apotheke jedoch unverzichtbar.
Orthomol werde deshalb weiterhin umfassend in die Zusammenarbeit mit den Fachkreisen investieren. Dazu gehörten die persönliche Betreuung durch rund 100 Mitarbeitende im Außendienst, wissenschaftlich fundierte Informationen, Schulungen sowie Aktionen vor Ort.
Im Frühjahr hatte Orthomol den eigenen Webshop gestartet – als Reaktion auf das sich ändernde Informations- und Kaufverhalten. Über Aponow verbindet der Hersteller die digitale Produktsuche zudem mit der Verfügbarkeit in Vor-Ort-Apotheken.
Digitale Maßnahmen könnten auch die Offizin stärken, so Weißenfeld. Er verwies auf eine Kampagne für Orthomol Pro metabol. Diese habe zu einem deutlichen Absatzplus in den Apotheken geführt, obwohl das entsprechende Marktsegment im gleichen Zeitraum spürbar rückläufig gewesen sei.