Die niederländische Versandapotheke Disapo ist insolvent. Trotz hoher Rabatte konnte sich der Betrieb nach dem Verkauf durch die Parfümeriekette Douglas vor zwei Jahren nicht behaupten. Eigentümer und App-Betreiber MYA Health meldete Konkurs an. Bestellungen sind nicht mehr möglich.
Disapo ist zahlungsunfähig. Das Insolvenzverfahren der Versandapotheke mit Sitz in Heerlen wurde am Dienstag vor dem Bezirksgericht Limburg eröffnet. Ein Insolvenzverwalter hat die Verantwortung für den Betrieb übernommen.
Nach dem Rückzug von Douglas stieg MYA Health bei Disapo ein. Die Firma betreibt eine mobile App mit Serviceangeboten zu Rezepten und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, die von Christian-Alexander Vry und Dr. Daniel Lewinski gegründet wurde. Im Apothekenmarkt ist Lewinski kein Unbekannter, 2021 gründete er gemeinsam mit Vry und David Schmidt das Unternehmen Apothera.
Auch bei Disapo steht MYA mit im Fokus – es wird auf den Produktseiten etwa auf den Rezept-Service verwiesen. Dieser ist jedoch laut Firmenangaben aktuell nicht nutzbar. Die App werde umgestellt und soll „voraussichtlich“ Ende September wieder aktiv sein.
Für Disapo soll laut Kreisen ein Investor gesucht worden sein. Doch die Geldspritze blieb bisher offenbar aus. Auch Lockangebote wie Schmerztabletten für unter 1 Euro oder Mengenrabatte konnten den Umsatz nicht ausreichend ankurbeln.
Die Website des Versenders ist weiterhin aktiv. Auf den ersten Blick läuft der Betrieb noch weiter. Allerdings können keine Produkte mehr bestellt werden: Sowohl OTC-Klassiker als auch online beworbene Arzneimittel können nicht in den Warenkorb gelegt werden. Kundinnen und Kunden können sich per E-Mail über die Verfügbarkeit benachrichtigen lassen.
Der Betrieb sei heruntergewirtschaftet worden, heißt es von einem Branchenkenner. „Dort wurde kein Geld verdient.“ Zudem sei der Fokus vor allem auf MYA Health gelegt worden.