Grippeimpfstoffe: Spahn ruft Versorgungsmangel aus

, Uhr

Berlin - Angesichts der Lieferprobleme bei Grippeimpfstoffen ruft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jetzt offiziell einen Versorgungsmangel aus. In Kürze soll es eine entsprechende Verkündung im Bundesgesetzblatt geben. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) schafft damit Möglichkeiten, damit Ärzte, Apotheker und Bundesländer flexibler reagieren können.

Damit die Bundesländer auf die Lieferengpässe reagieren können, muss der Gesundheitsminister offiziell den Versorgungsmangel bekannt geben. Dann können die zuständigen Behörden der Bundesländer im Einzelfall gestatten, dass Grippeimpfstoffe, die nicht in Deutschland zugelassen sind, befristet in Verkehr gebracht oder nach Deutschland importiert werden. Darüber hinaus können die Behörden auch ein befristetes Abweichen von arzneimittelrechtlichen Erlaubnis- oder Genehmigungserfordernissen oder von anderen arzneimittelrechtlichen Verboten gestatten. Beispiele sind:

  • Der Vertrieb von im EU-Ausland zugelassenen Grippeimpfstoffen mit abweichender Kennzeichnung.
  • Die Abgabe von Grippeimpfstoffen zwischen Apotheken ohne Großhandelserlaubnis.
  • Die Abgabe von Grippeimpfstoff zwischen Arztpraxen.
  • Die Ermöglichung der Entnahme von Teilmengen (Auseinzelung) durch Gesundheitsämter.

Hintergrund für die Maßnahme ist laut BMG, dass aus Niedersachsen, Bremen, dem Saarland, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt Versorgungsengpässe mit Grippeimpfstoffen gemeldet wurden. Das heiße aber nicht, dass dort keine Impfstoffe mehr vorhanden seien. „Denn die Arztpraxen bestellen und lagern zu Beginn einer Grippesaison die Menge an Impfstoffen ein, die sie normaler Weise benötigen.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres