Das Impfstoffdilemma

/ , Uhr aktualisiert am 21.11.2018 15:47 Uhr

Berlin - Grippeimpfstoffe sind knapp, oder doch nicht? Während die Vakzine in einzelnen Regionen bereits vergriffen ist, sind die Kühlschränke andernorts noch gut gefüllt. Dort will man von Engpässen nichts wissen. Ein Überblick.

Apotheker in Thüringen können derzeit keine Grippeimpfstoffe mehr erhalten. „Bei allen Lieferanten ist momentan nichts zu holen“, sagte der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbandes, Stefan Fink. Sollte es zu einer Grippewelle kommen, „dann schauen wir in die Röhre.“ Die Verantwortung für die Situation sieht Fink bei der Pharmaindustrie und den Krankenkassen. Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringens hat unterdessen keine Kenntnisse darüber, dass es in den Hausarztpraxen momentan Engpässe gibt, wie ein Sprecher sagte.

Fink sagte, die Krankenkassen hätten erst im April mit der Industrie die Preise für den Vierfachimpfstoff gegen Influenza verhandelt. Apotheken hätten aber bereits im Februar und März ihre Bestellungen auslösen sollen. Denn die Auslieferung der Impfdosen erfolge in der Reihenfolge, in der die Bestellungen eingegangen seien.

„Die Krankenkassen verlangen von den Apotheken, den Impfstoff zu nehmen, der im Preis am wirtschaftlichsten, also am preiswertesten ist“, beschreibt Fink die Situation. Die Apotheker hätten zunächst keine Bestellungen ausgelöst, weil sie nicht wussten, bei welchem Anbieter dies gewährleistet gewesen wäre. „Und niemand legt sich für 10.000 Euro Impfstoffe hin, von denen er nicht weiß, ob er sie dann auch abgeben darf.

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