Grippeimpfstoff fehlt in Niedersachsen

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Berlin - Kurz nach dem Start der Grippe-Impfsaison haben Ärzte in Niedersachsen Lieferengpässe beklagt. Der Hausärzteverband
bestätigte am Freitag, dass in mehreren Regionen des Landes Impfdosen fehlen. Das Gesundheitsministerium bestreitet
Lieferengpässe und verweist auf Krankenkassen und Hersteller.

Zuvor hatte NDR 1 Niedersachsen darüber berichtet. Der Sender zitiert unter anderem Max Berndt vom Hausärzteverband. Der Mediziner spricht von einer Just-in-time-Produktion der Hersteller: Es gehe ihnen demzufolge darum, die Gewinne zu maximieren, indem Lagerkosten gespart würden. Dasselbe sei im vergangenen Jahr bei Impfstoffen gegen Gelbfieber geschehen. Es habe deshalb monatelange Engpässe gegeben.

Mathias Grau, Vorstandsmitglied des Landesapothekerverbands, berichtet ebenfalls von Lieferengpässen. Kollegen würden unterschiedlich von Großhändlern behandelt, kritisiert er. So würden Apotheken schneller nachbeliefert, wenn sie viel auf Vorrat bestellen, was gegen die Absprachen zwischen Kassen und Herstellern sei. Letztlich gehe das auf Kosten der Versicherten.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte hingegen, dass keine Informationen zu überregionalen Lieferschwierigkeiten vorlägen. „Wenn es an einzelnen Stellen Engpässe gibt, können diese in der Regel behoben werden, indem aus anderen Regionen Impfstoff herangeholt wird.“ Die Situation sei aber zu prüfen. Ein regionaler Engpass könne dann entstehen, wenn Praxen die
Impfdosen zu spät bestellen, oder die Nachfrage kurzfristig sehr hoch sei. Dagegen könne das Land nichts machen. Zuständig sind nach Angaben des Ministeriums Hersteller und Krankenkassen. Außerdem gebe es „keine Informationen bezüglich einer künstlichen Verknappung durch die Hersteller oder produktionsbedingten Lieferengpässe“.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das als Bundesinstitut neue Chargen von Impfstoffen freigeben muss, bevor sie in Praxen verfügbar sind, erklärte: „Es kann sein, dass regional kurzfristig Lieferengpässe bei Grippeimpfstoffen auftreten“. Ob Niedersachsen davon betroffen sei, wisse das Institut wie auch für andere Bundesländer nicht, sagte Sprecherin Susanne Stöcker. Das Institut habe deutschlandweit bis zum 5. Oktober 13,3 Millionen Dosen freigegeben. „Es ist schwer vorstellbar, dass die schon alle verimpft sind“, sagte Stöcker. In dieser Woche seien weitere 800.000 Dosen freigegeben worden.

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