Kein Impfstoff unter dieser Nummer

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Berlin - Wo bitte bleibt der Grippeimpfstoff? „Jetzt gegen Grippe impfen“, ist in vielen Arztpraxen zu lesen, aber womit? Denn Vakzine sind Mangelware. Für rund 15 Millionen Impfdosen hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Chargenfreigabe erteilt. Bei der lausigen Impfquote der Grippesaison 2017/18 von etwa 35 Prozent vielleicht genug für 82 Millionen Menschen, aber in diesem Jahr deckt das Angebot die Nachfrage bei Weitem nicht. Sanofi liefert aktuell die letzten 600.000 Impfdosen Vaxigrip Tetra aus. Ein Apotheker aus Sachsen ist mit seinem Latein am Ende. Wie sind eure Erfahrungen zur aktuellen Grippeimpfstoff-Versorgung? Jetzt mitdiskutieren im LABOR von APOTHEKE ADHOC.

Wer sich in Sachsen an seinen Verband gehalten hat und dachte, die Hersteller werden es schon richten, wird bitter enttäuscht. Denn die Vorgabe lautete, keinen Grippeimpfstoff vorzubestellen. Zu groß war im Vorfeld das Hickhack um die Vakzine, erzählt ein Apotheker aus dem Freistaat. Nun hat er das Nachsehen, denn vergeblich versucht er bei den Großhändlern, die von den Ärzten nachgefragten Impfdosen zu bestellen. Denn auch die Niederlassungen müssen passen. Eine Absage hat der Apotheker auch von Sanofi erhalten – jedoch nicht persönlich, sondern per Band.

„Bei Sanofi lief lediglich ein Band. Mir wurde mitgeteilt, dass Vaxigrip Tetra zehn Stück mit Kanüle seit der 43. Kalenderwoche über den Großhandel zu beziehen sei. Aber der Großhandel hat keine Ware“, ärgert sich der Apotheker. „Somit sind Kinder und Jugendliche nicht impfbar, denn Influvac Tetra (Mylan) ist erst ab 18 Jahren zugelassen.“ Außerdem sei laut Bandansage Vaxigrip Tetra zu 20 Stück ausverkauft. Was war los bei Sanofi? Traute sich niemand mehr ans Telefon?

Der Konzern bestätigt auf Nachfrage, aus personellen Gründen zur Notlösung des Anrufbeantworters gezwungen zu sein. Richtig ist auch, dass verschiedene Packungen bereits abverkauft sind. Aktuell würden sukzessive die letzten 600.000 Impfdosen Vaxigrip Tetra mit Kanüle zu zehn Stück an die Großhandelsniederlassungen ausgeliefert. Dabei handele es sich um Vakzine, die verspätet angeliefert wurden. Es werde keine Region bevorzugt.

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