Grippeimpfstoffe

Warten auf 600 Impfdosen Influvac Tetra Nadine Tröbitscher, 05.10.2018 10:58 Uhr

Berlin - Im Oktober und November dreht sich in den Arztpraxen alles um die Grippeimpfung. Jetzt ist laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) der richtige Zeitpunkt für die saisonale Grippeschutzimpfung. Doch um den kleinen Pieks gibt es großen Ärger, denn die Apotheken sitzen auf dem Trockenen und können den vorbestellten Impfstoff nicht an die Praxen liefern. Eine Apotheke in Bayern wartet sehnsüchtig und inzwischen ungeduldig auf 600 Impfdosen Influvac Tetra von Mylan. Was sind eure Erfahrungen? Jetzt mitdiskutieren im LABOR von APOTHEKE ADHOC!

Der Ärger um die Grippeimpfstoffe für die Saison 2018/19 nimmt kein Ende. Eine Apotheke in Bayern hatte bereits im April 600 Impfdosen Influvac Tetra mit Kanüle bestellt. Die Ware soll laut Auftragsbestätigung „nach Chargenfreigabe“ ausgeliefert werden. Bislang hat die Apotheke noch keine Vakzine erhalten. Und so warten Arztpraxis und Apotheke auf die Ware. „Die Praxis läuft Amok und droht, die vorbestellte Menge nicht abzunehmen. Bis Dezember will die Praxis nicht warten“, erzählt die Apothekerin. „Auch der Großhandel ist ratlos. Weder kann man sagen, wann der Impfstoff geliefert wird, noch ist bei Mylan jemand für den Großhandel erreichbar.“ Was schon da war, ist jedenfalls wieder weg.

Zwar erreiche den Großhandel zwischenzeitlich stückchenweise Ware, allerdings Influvac Tetra ohne Kanüle. Um die Arztpraxis beliefern zu können, hat die Apothekerin bereits 70 Impfdosen der verfügbaren Ware ergattern können. Allerdings mit bitterem Beigeschmack, denn die 70 Dosen will die Praxis mit den 600 vorbestellten verrechnen und somit bleibt die Apotheke am Ende auf der Notration sitzen. Die Apothekerin hofft auf Kulanz seitens des Großhandels und eine mögliche Retoure.

„Das ist eine Situation, in die ich nicht kommen möchte. Es kann nicht sein, dass die Apotheke das finanzielle Risiko trägt. Wenn sich daran nichts ändert, mache ich das im nächsten Jahr nicht mehr. An den Impfstoffen verdient die Apotheke ohnehin nichts mehr und im Moment kann ich nicht einmal kostendeckend liefern. Und auch sonst will ich nicht nur für die Umsatzsteuer arbeiten.“

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