Shitstorm

Glaeske und Grams: Hevert mahnt Homöopathie-Kritiker ab APOTHEKE ADHOC, 27.05.2019 15:14 Uhr

Berlin - Das Familienunternehmen Hevert-Arzneimittel geht juristisch gegen Homöopathie-Kritiker vor. „Seit Monaten beobachten wir mit Sorge, wie in Deutschland in den sozialen Medien, aber auch in der Presse und im Fernsehen gegen die Homöopathie gehetzt wird“, teilt der Nußbaumer Hersteller mit. Professor Dr. Gerd Glaeske und Dr. Natalie Grams wurden bereits abgemahnt.

Die Homöopathie-Kritikerin Grams veröffentlichte am Freitag bei Facebook einen Auszug aus einer Unterlassungserklärung von Hevert. Darin wird sie aufgefordert, nicht mehr in der Öffentlichkeit zu behaupten, homöopathische Arzneimittel gingen in ihrer Wirksamkeit „nicht über den Placebo-Effekt hinaus“. Diese Aussage wurde demnach Anfang Mai in einem Interview mit der Zeitung „Die Rheinpfalz“ in dem Artikel „Eine Quasi-Religion“ abgedruckt. Ihr Wortlaut: „Machen wir es kurz: Wirken Homöopathika? – Nicht über den Placebo-Effekt hinaus.“

Hevert wies Grams demnach daraufhin, im Fall der Zuwiderhandlung unter Ausschluss des Fortsetzungszusammenhangs eine Strafe von 5100 Euro an den Hersteller zahlen zu müssen. Die Unterlassungserklärung sei „selbstverständlich nicht“ unterschrieben worden, sagt Grams. Dazu bestehe kein Anlass. „Weder habe ich Hevert jemals direkt genannt, noch werde ich es mir nehmen lassen, den Stand der Wissenschaft zu transportieren.“

Die Forderung von Hevert sei so pauschal, dass man das von niemandem fordern könne. „Sonst kann man ja auch fordern, ich möge es unterlassen zu sagen, dass der Wind nicht mehr weht.“ Die Abmahnung sei „ein ungeheuerlicher Vorgang“, sagt Grams. Auf der Facebook-Seite von Grams reagierten Nutzer in knapp 400 Kommentaren auf ihren Eintrag mit der Einleitung: „Was sagen wir, wenn die Homöopathie-Pharma versucht, uns mundtot zu machen? Not today.“ Auch Professor Dr. Gerd Glaeske wurde wegen seinen Äußerungen zur Wirksamkeit von Homöopathie bereits von Hevert abgemahnt.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Finanzierungsrunde

Cannabis: Krombacher-Chef steigt bei Demecan ein»

Kooperationstreffen

Phoenix diskutiert Onlineplattform»

Magen-Darm-Beschwerden

Iberogast verbessert Mikrobiom»
Politik

Bundestag

PTA-Reformgesetz: Spahn macht Tempo»

Nachunternehmerhaftung

Aufatmen beim Phagro: Kein Kostenschub»

Wiederholungsrezept, Schönheits-OP, sexuelle Gewalt

Omnibus: Koalition erweitert Masernschutzgesetz»
Internationales

Arzneimittelversorgung

Hersteller hoffen auf Brexit-Deal»

WHO-Studie

So locken andere Länder Apotheker aufs Dorf»

Risperdal

Milliarden-Urteil gegen Johnson & Johnson»
Pharmazie

Forschung

Ewig jung mit Metformin und Brokkoli»

AMK-Meldung

Rückrufe: Ranitic injekt reiht sich ein »

Phytopharmaka

Akuter Husten: Prospan in Leitlinie»
Panorama

Gespräch mit Ärztevertretern

Spahn stimmt Patienten auf Telemedizin ein»

TV-Show

Bachelor in Paradise: Pharmareferentin sucht die Liebe»

„Achtung in der Apotheke“

Bild: Apothekerin zweifelt an Apothekenkosmetik»
Apothekenpraxis

Social Media-Plattform

„Wir müssen dem Apotheker sein Fax wegnehmen“»

Lieferengpässe

Darf man Arzneimittel an Kollegen verschicken?»

Aufbauschulung für PTA

„Nicht jede PTA will mehr Verantwortung“»
PTA Live

LABOR-Debatte

Eine Hand wäscht die andere: Handel zwischen Apotheken?»

Nach Bundesratsbeschluss

PTA hoffen auf echte Reform»

Rundumblick gefordert

Über die Bedeutung der Psychologie in der Offizin»
Erkältungs-Tipps

Heilpflanzenportrait

Salbei – Heilung aus dem Mittelalter»

Phytotherapie

Schleimstoffe: Balsam für den Hals»

Bakterielle Infektionen

Mittelohrentzündung: Superinfektion des Ohrs»
Magen-Darm & Co.

Heilpflanzenporträt

Wermut – Quelle der Bitterkeit»

Dyspeptische Beschwerden 

Abwarten und Tee trinken»

Magen-Darm-Infektionen

Hygiene und Vorbeugung»
Kinderwunsch & Stillzeit

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»

Bewegen, bewegen, bewegen

Fit durch die Schwangerschaft»

Kinderwunsch und Schwangerschaft

Schilddrüse: Problemfaktor in der Schwangerschaft? »