Sinusitis/Calmvalera: Hevert sucht nach Evidenz

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Berlin - „Wer heilt, hat recht.“ Oder? Die Lehre der Homöopathie wird häufig kontrovers diskutiert – sowohl unter Experten, als auch unter Laien. Kritiker bemängeln insbesondere das Fehlen jeglicher Wirksamkeitsnachweise. Hevert hat den Schritt gewagt und zwei Studien zu seinen Komplexmitteln Calmvalera und Sinusitis SL in Auftrag gegeben. Mit den Resultaten ist der Hersteller zufrieden – auch wenn teilweise positive wissenschaftlich relevante Ergebnisse ausgeblieben sind.

In einer randomisierten, placebo-kontrollierten Doppelblindstudie wurde die Wirksamkeit von Calmvalera an 24 weiblichen und männlichen Personen im Alter von 18 bis 40 Jahren mit nachgewiesener Prüfungsangst untersucht. Die Hälfte der Studienteilnehmer erhielt das Komplexmittel und die andere Hälfte ein Placebo, wobei in beiden Gruppen je sechs Tabletten auf einmal geschluckt wurden. Das Dosierungsschema wich damit von der Produktinformation ab, die im Akutfall die halbstündliche oder stündliche Einnahme einer Tablette empfiehlt, maximal sechsmal am Tag.

Den Probanden wurden vor und nach der Einnahme Bilder und Videoclips mit emotionalem Gehalt gezeigt. Um die Wirksamkeit des Mittels zu beurteilen, wurde die Gehirnaktivität der Patienten gemessen. Genutzt wurde dazu die innovative Methode „EnkephaloVision”, bei der das quantitative Elektroenzephalogramm (EEG) mit konventionellem Eye-Tracking kombiniert wird.

Charakteristisch für Entspannung und Stress sind im EEG bestimmte Wellen: „Alpha-1- und Alpha-2-Wellen zeigen eine Entspannung an, Beta-Wellen sind hingegen ein Indiz für Stress”, sagt Studienleiter Professor Dr. Wilfried Dimpfel. Mithilfe einer Diskriminanzanalyse konnte gezeigt werden, dass das Komplexhomöopathikum – ähnlich wie Beruhigungsmittel und eine Meditation – zu einer Zunahme der elektrischen Aktivität der Alpha-1-Wellen im Gehirn führt, die unter dem Einfluss von Serotonin stehen. Innerhalb von 90 Minuten konnte bei den Probanden ein Entspannungszustand erreicht werden.

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