Persönlicher Austausch mit Apotheken

Privatgroßhändler: Skonto-Urteil verändert Markt

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Berlin -

Auf die Apotheken kommen wichtige Verhandlungen mit den Großhändlern zu. Denn angesichts der Skonto-Sperre durch den Bundesgerichtshof (BGH) müssen die Verträge neu ausgehandelt werden. Mehrere Unternehmen teilten bereits mit, dass sie das persönliche Gespräch suchen werden.

Noch liegt kein konkretes Angebot eines Großhändlers vor – und die Apotheken warten gespannt, wer zuerst einen Vorstoß unternimmt. Verschiedene Kompensationsmöglichkeiten wegen des Wegfalls der Skonti auf verschreibungspflichtige Arzneimittel stehen zur Debatte – wie etwa der Handelsspannenausgleich, Gebührenstreichungen oder Datenprämien. „Dass das Skonto-Urteil den Markt verändert, steht wohl außer Frage“, sagt Carla Dortmann, geschäftsführende Gesellschafterin des Privatgroßhändlers Krieger.

Als vollversorgender pharmazeutischer Großhandel müssen und werden wir rechtskonform agieren.

Das Unternehmen aus Koblenz zählt rund 400 Apotheken im Liefergebiet im Südwesten zur Kundschaft. „Als Partner der Apotheke sind unsere Konditionen schon immer transparent und fair“, so Dortmann. In der schriftlichen Urteilsbegründung mache der BGH deutlich, dass der Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers, der Festzuschlag und die Umsatzsteuer zwingend zu erheben und Skonti sowie sonstige Preisnachlässe nur innerhalb des Rahmens des prozentualen Zuschlags nach AMPreisV zulässig seien. „Als vollversorgender pharmazeutischer Großhandel müssen und werden wir rechtskonform agieren.“ Die Kunden seien informiert worden, „dass die neuen Rahmenbedingungen zeitnah und persönlich besprochen werden“.

Auch bei Kehr in Braunschweig will man den direkten Austausch mit den Kunden suchen, um die Auswirkungen des BGH-Urteils zu besprechen. Anfang kommender Woche sollen die ersten Informationen in den Markt gehen.

Konkreter wurde bereits Gehe/Alliance Healthcare (AHD). Der Außendienst informierte einen Kunden aus Niedersachsen darüber, dass das Skonto-Urteil ab Juni umgesetzt wird. „Skonto wird auf Null gesetzt“, heißt es. Als eine mögliche Kompensation wurde über Datenweitergabe gesprochen.

Auch die Sanacorp ist mit ersten Apotheken im Gespräch. Ein Inhaber aus Nordrhein-Westfalen erfuhr vom Außendienst, dass in den kommenden zwei bis drei Wochen konkrete Vorschläge gemacht werden sollen, wie der Verlust des Skontos ausgeglichen werden könne. Im Gespräch sei der Verzicht des Packungswertausgleichs.

Phoenix plant Branchenkennern zufolge ein besonders stringentes Vorgehen. Auch in Mannheim sind individuelle Gespräche anvisiert. Allerdings sollen die angebotenen Konditionen dem Vernehmen nach nicht mehr über 3,05 Prozent bei Dekadenzahlung liegen; wer normal zahlt, soll nicht mehr als 2,5 Prozent erhalten.

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