Homeda macht dicht

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Berlin - Der Homöopathika-Hersteller Homeda ist Geschichte. Das mittelständische Unternehmen aus dem schwäbischen Langenneufnach informiert „mit Bedauern“ darüber, dass es Produktion und Vertrieb seiner speziellen homöopathischen Arzneimittel eingestellt hat.

Die 1997 gegründete Firma war spezialisiert auf sogenannte „Homöo-Isopathie“, bei der körpereigene Stoffe des Patienten gesammelt, bio-physikalisch zurückgewonnen und danach zu einem individuellen Arzneimittel aufbereitet werden.

Zu den Spezialitäten des Unternehmens gehörten Globuli aus Nabelschnurblut, Plazenta und Muttermilch. Bei der sogenannten Neugeborenen-KSV wurde das Blut der Nabelschnur genutzt, bei der Plazenta-KSV der Mutterkuchen. Dabei konnte ein Vorrat für die ersten fünf Lebensjahre angelegt werden; die Kosten beliefen sich auf rund 500 Euro. Was nun aus den bestehenden Depots wird, scheint noch nicht festzustehen. Die Belegschaft arbeite „mit Hochdruck“ daran, den Inhabern „eine gute Lösung für die Zukunft anbieten zu können“.

Darüber hinaus waren mehrere Hundert weitere Präparate aus dem homöopathischen Spektrum im Sortiment vertreten. Über die Gründe für die Betriebseinstellung teilte das Unternehmen nichts mit, ebenso wenig wie die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze. Homeda ist momentan nicht zu erreichen, auf der Website wird nur darauf verwiesen, dass das „kleine Team“ daran arbeite, die Anfragen zu beantworten.

Nosoden werden üblicherweise aus pathologisch oder krankhaft verändertem körpereigenen Material hergestellt, typische Ausgangsstoffe sind Blut, Eiter, Sekrete und sonstige Ausscheidungen. Klassische Nosoden, bei denen Krankheitserreger anderer Patienten genutzt wurden, bot Homeda wegen des fehlenden Bezugs zum Patienten nicht an. Beispiele für diese Therapierichtung sind Tuberkulinum, Psorinum oder Pertussinum.

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