Homeda: Betrieb eingestellt, Ware zurückgerufen

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Berlin - Nach etwa 20 Jahren ist Schluss mit Homeda: Im November hatte das Unternehmen Produktion und Vertrieb seiner Spezialitäten mit Schwerpunkt Homöo-Isopathie eingestellt. Nun muss die Ware zurück.

Alle Arzneimittel, in allen Chargen, Packungsgrößen und Darreichungsformen der Firma Homeda

„Wir haben die Herstellung und den Vertrieb von homöopathischen Arzneimitteln kürzlich eingestellt“, meldet das Unternehmen. Apotheken und Großhändler, die Homeda-Produkte an Lager haben, werden gebeten, die Ware an folgende Adresse zurückzuschicken: Homeda Pharma GmbH, Ernst-Abbe-Straße 26, 52249 Eschweiler.

Die 1997 gegründete Firma war spezialisiert auf sogenannte „Homöo-Isopathie“, bei der körpereigene Stoffe des Patienten gesammelt, bio-physikalisch zurückgewonnen und danach zu einem individuellen Arzneimittel aufbereitet werden. Zu den Spezialitäten des Unternehmens gehörten Globuli aus Nabelschnurblut, Plazenta und Muttermilch. Bei der sogenannten Neugeborenen-KSV wurde das Blut der Nabelschnur genutzt, bei der Plazenta-KSV der Mutterkuchen. Dabei konnte ein Vorrat für die ersten fünf Lebensjahre angelegt werden; die Kosten beliefen sich auf rund 500 Euro.

Nosoden werden üblicherweise aus pathologisch oder krankhaft verändertem körpereigenen Material hergestellt, typische Ausgangsstoffe sind Blut, Eiter, Sekrete und sonstige Ausscheidungen. Klassische Nosoden, bei denen Krankheitserreger anderer Patienten genutzt wurden, bot Homeda wegen des fehlenden Bezugs zum Patienten nicht an. Beispiele für diese Therapierichtung sind Tuberkulinum, Psorinum oder Pertussinum.

Darüber hinaus waren mehrere Hundert weitere Präparate aus dem homöopathischen Spektrum im Sortiment vertreten. Über die Gründe für die Betriebseinstellung teilte das Unternehmen nichts mit, ebenso wenig wie die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze.

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