Alternativmedizin

Volkshochschulen halten an Homöopathie fest Tobias Lau, 14.12.2018 12:02 Uhr

Berlin - Die deutschen Volkshochschulen (VHS) bieten trotz öffentlicher Kritik auch im kommenden Jahr Kurse zu Homöopathie und alternativmedizinischen Behandlungsmethoden an. Das bestätigte der Deutsche Volkshochschul-Verband. Den VHS war unter anderem im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ vorgeworfen worden, „Volksverdummung“ zu betreiben.

Auch in der kommenden Saison können Interessierte an Volkshochschulen wieder Kurse zu Homöopathie, Akupunktur, Aromatherapie oder Osteopathie belegen. Der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) hatte beim Dachverband der 16 VHS-Landesverbände angefragt und eine positive Antwort bekommen. „Die Teilnehmenden sollen die Möglichkeit erhalten, sich seriös und differenziert über unterschiedliche, auch neue und alternative Methoden zu informieren, die öffentlich diskutiert werden“, so der größte deutsche Weiterbildungsverband.

Dabei sei es jedoch Voraussetzung, „dass Heilsversprechen unterblieben und wissenschaftliche Kontroversen über die therapeutische Wirksamkeit angemessen dargestellt“ werden. Dann seien „der Gesundheitsbildung an Volkshochschulen keine thematischen Einschränkungen in Bezug auf Informationsangebote zu alternativmedizinischen Verfahren auferlegt”.

Die Volkshochschulen waren im Sommer heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem der „Spiegel“ sich in seiner Titelgeschichte „Hokuspokus – Geld weg!“ mit Alternativmedizin, insbesondere Homöopathie, auseinandergesetzt hatte. In einem Beitrag der Ausgabe wurden speziell die Volkshochschulkurse thematisiert: Professor Dr. Edzart Ernst, einer der bekanntesten Homöopathie-Kritiker, warf den Weiterbildungsanstalten vor, zur „Volksverdummung beizutragen“. Das Kursangebot sei gefährlich, da es der Bevölkerung suggeriere, wissenschaftlich nicht belegbare Methoden wären gleichwertig mit evidenzbasierter Schulmedizin. „Dann werden die Grenzen zwischen Wahrheit und Unwahrheit unscharf. Dann kann jeder Scharlatan seine Meinung auftischen, und sie wird genauso ernst genommen wie die eines Experten“, so Ernst.

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