ZDF Zoom: „Globuli und guter Glaube“

Hecken: Homöopathie ist ein evidenzfreier Schrebergarten APOTHEKE ADHOC, 18.01.2019 09:15 Uhr

Berlin - Homöopathie ist hierzulande die beliebteste alternative Heilmethode. Die sogenannte sanfte Medizin soll nebenwirkungsfrei sein, aber eine Wirkung lässt sich wissenschaftlich nicht bestätigen. Sicher ist jedoch: Homöopathie ist ein riesiges Geschäft, das sich wachsender Beliebtheit erfreut – auch weil der Gesetzgeber den nötigen Raum einräumt. ZDF Zoom zeigte eine Sendung zu „Globuli und guter Glaube“ und fragte: „Warum gelten für die Homöopathie andere Spielregeln?“

Den Start in der Sendung macht Apothekerin Iris Hundertmark. Etwa 10 Prozent ihres Umsatzes generierte sie durch den Verkauf homöopathischer Arzneimittel, dennoch hat sie Globuli aus dem Sortiment genommen. Etwa 49 Prozent der Deutschen haben bereits ein homöopathisches Arzneimittel ausprobiert, 70 Prozent von ihnen waren mit der Behandlung zufrieden. Laut Institut für Handelsforschung in Köln liegt die Gewinnmarge für Apotheker bei homöopathischen Arzneimitteln zwischen 30 und 36 Prozent. Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln seien es im Durchschnitt etwa 20 Prozent. Der Verkauf homöopathischer Arzneimittel ist dem Beitrag zur Folge ein lukratives Geschäft für Apotheker. Von 2013 bis 2017 ist der Absatz homöopathischer Präparate um 13 Prozent auf etwa 53 Millionen Packungen gestiegen. Dabei stieg der Umsatz in Deutschland um 10,9 Prozent auf 602 Millionen Euro.

Annette Schönauer ist als homöopathische Ärztin in einem Krankenhaus tätig. Seit 2004 bietet sie auf der Kinderstation begleitend Homöopathie an, wenn die Eltern dies wünschen. Einem kleinen Patienten mit Bauchschmerzen empfiehlt sie Okoubaka-Globuli – die Rinde eines westafrikanischen Baumes – dreimal täglich je drei Globuli. „Ich habe es jetzt als homöopathisch potenziertes Arzneimittel verschrieben, dass man sozusagen von der Substanz nichts jetzt drin hat, oder fast nichts, in C6 sind ja noch minimale Spuren drinnen“, so die Ärztin.

Im Verfahren der Potenzierung wird ein Ausgangsstoff mit Wasser oder Alkohol verdünnt, bei D-Potenzen im Verhältnis 1:10, bei C-Potenzen im Verhältnis 1:100 je Potenzierungsstufe. Eine C4 entspricht einer Verdünnung von 1:100.000.000 – fünf Milliliter des Ausgangsstoffes in einem vollen Schwimmbecken. Je höher die Verdünnungsstufe desto stärker ist aus Sicht der Homöopathen die Wirkung. Dabei ist immer weniger Ausgangsstoff enthalten. Mit zunehmender Verdünnung steigt die Unwahrscheinlichkeit, dass überhaupt noch Ausgangsmaterial im Präparat enthalten ist. Kann Homöopathie überhaupt wirken, fragt der Reporter.

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