Apothekerin verbannt Homöopathie

Nie wieder Globuli Silvia Meixner, 17.08.2018 08:25 Uhr

Berlin - Die Weilheimer Apothekerin Iris Hundertmark hat mit sofortiger Wirkung ihr Regal mit homöopathischen Mitteln geräumt. Sie kann es nicht länger mit ihrem Gewissen vereinbaren, Globuli zu verkaufen.

Der Wendepunkt kam vor rund zwei Wochen im Notdienst. „Ein Kunde hat mich wegen Arnika-Globuli rausgeklingelt“, erzählt sie. Der Mann hatte nach einem Haushaltsunfall Verbrennungen. Die Apothekerin riet ihm, ins Krankenhaus zu fahren. Das wollte der Mann nicht, er vertraute auf die Kraft der Arnika. „Ich habe ihm in einer gefährlichen Situation etwas gegeben, das ihm überhaupt nicht hilft“, erklärt Hundertmark. Diesen Zweifeln möchte sie sich nicht länger aussetzen.

Das Homöopathie-Regal in ihrer Bahnhof-Apotheke hat sie deshalb in der vergangenen Woche rigoros geleert, die Ware geht nun an die Lieferanten zurück. Es war kein spontaner Entschluss: „Ich habe mich mit diesem Thema schon länger beschäftigt. Wir sind als Apotheker angehalten, leitliniengerecht zu beraten. Bei Homöopathie tun wir das nicht. Schulmedizin und Homöopathie werden bei der Abgabe unterschiedlich behandelt.“

So müsse der Apotheker zum Beispiel bei Aspirin fragen, ob es für den Kunden selbst sei, ob er andere Erkrankungen habe und weitere Medikamente nehme. Zudem rate ein Apotheker, wenn die Schmerzen nicht nachließen, einen Arzt aufzusuchen. Beim Verkauf homöopathischer Mittel falle das alles weg. „Der Kunde verlangt zum Beispiel Globuli D6 und ich schiebe die Packung über den Tresen. Es gibt keine evidenzbasierten Studien. Ich gebe die Globuli ab, ohne die Kunden darauf aufmerksam zumachen, dass sie eventuell nur ein Placebo kaufen.“

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