FDA verwarnt Homöopathie-Hersteller

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Berlin - Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat fünf Hersteller von Homöopathika verwarnt: Grund dafür seien mangelnde oder unzureichende Qualitätskontrollen, die die Vermarktung von unsterilen und schädlichen Produkten zur Folge hätten. Die Verbraucher müssten geschützt werden.

Vier der Verwarnungen wurden an Hersteller herausgeschickt, die gemeinsam unter dem Namen Wepackitall firmieren: In den Unternehmen wurden Fehler bei der Einhaltung der GMP-Anforderungen festgestellt. Die Rede ist von unsachgemäßen Herstellungsmethoden sowie fehlenden Kontrollen bei der Verarbeitung und Verpackung der Produkte. Das betroffene Produkt sind Puriton Augentropfen, die als homöopathisch eingestuft sind und von den vier Unternehmen produziert werden. Die FDA testete mehrere Proben und stellte dabei fest, dass die Ophtalmika nicht steril waren: Gefährliche Augeninfektionen können die Folge sein. Außerdem wurde nachgewiesen, dass der pH-Wert zu hoch ist. Dadurch kann es zu Augenverletzungen, Glaukom oder sogar Sehverlust kommen. Im November hatte eins der Unternehmen einen freiwilligen Rückruf wegen unsteriler Produktionsbedingungen herausgegeben.

Ein weiteres Schreiben der FDA wurde an die Newton Laboratories versandt: Grund waren GMP-Verstöße bei Humanarzneimitteln, die mit falscher Kennzeichnung einhergingen. Das Unternehmen habe keine Systeme, mit denen die Überwachung und Kontrolle der Herstellungsprozesse sichergestellt werden könnten. Einige Homöopathika würden aus Inhaltsstoffen hergestellt, die in hohen Dosierungen potenziell toxische Wirkungen aufwiesen. Eine Herstellung ohne entsprechende Kontrollen könne ein potenzielles Vergiftungsrisiko für die Verbraucher darstellen – vor allem, weil viele der Produkte auch bei Säuglingen und Kindern verwendet würden. Die Brechnuss, aus der das bekannte homöopathische Mittel Nux vomica hergestellt wird, enthält beispielsweise Strychnin: eine hochgiftige Substanz, die auch als Rattengift verwendet wird.

Homöopathika müssen von der FDA nicht zugelassen werden: Daher entsprechen sie möglicherweise nicht den modernen Standards für Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität. Homöopathische Mittel können aus einer Vielzahl von Substanzen hergestellt werden: Infektiöses Material wie Blut, Eiter oder Krankheitserreger, Mineralien und Chemikalien kommt zum Einsatz. Die Produkte werden häufig als natürliche, sichere und wirksame Alternativen zu zugelassenen verschreibungspflichtigen und nicht verschreibungspflichtigen Produkten vermarktet und sind auf dem Markt weit verbreitet. Sie können bei mangelhafter Herstellung jedoch erhebliche und sogar irreparable Schäden verursachen, die zu einer Infektion führen können, oder sie können Wirkstoffe enthalten, die nicht ausreichend getestet wurden oder nicht deklariert sind.

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