Cochrane-Review

Hersteller zerpflücken Homöopathie-Studie Gabriele Hoberg, 14.05.2018 13:23 Uhr

Berlin - Anfang April hat ein Cochrane-Review erneut die Wirkung homöopathischer Arzneimittel infrage gestellt und infolgedessen auch die Verwendung von Forschungsgeldern auf diesem Gebiet. Das hat die Hersteller und Förderer homöopathischer Arzneimittel auf den Plan gerufen, denn hier geht es nicht nur ums Geschäft, sondern ums Prinzip.

Die Essenz der Cochrane-Studie lautete: Für Globuli kann eine Wirkung jenseits des Placebo-Effektes nicht signifikant nachgewiesen werden. Konkret ging es in der Studie um die Frage, ob homöopathische Arzneimittel bei akuten Infektionen der oberen Atemwege im Kindesalter wirken. Bei der Untersuchung wurden die Globuli mit Placebo und konventionellen Arzneimitteln in kontrollierten doppelblind randomisierten Studien ausgewertet.

„Homöopathische Arzneimittel sind sehr gut geeignet, um im Rahmen der apothekengestützten Selbstmedikation bei leichten vorübergehenden Erkrankungen eingesetzt zu werden, so auch bei Erkältungen“, so Dr. Hermann Kortland, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH). „Für homöopathische Arzneimittel gibt es eine breite Basis interner Evidenz. Diese basiert sowohl auf der Erwartungshaltung und den positiven Erfahrungen der Patienten sowie auch auf den positiven Erfahrungen der Ärzte und Apotheker.“

Die positive Erfahrung der Patienten zeige sich besonders bei der Indikation Erkältung. Kortland verweist auf eine repräsentative Befragung des Institutes für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2014. Demnach haben 56 Prozent aller Verwender homöopathischer Arzneimittel angegeben, bei Erkältungen und grippalen Infekten Homöopathika erfolgreich eingesetzt zu haben. „Wie alle anderen Arzneimittel auch, haben Homöopathika therapeutische Grenzen, die jeder verantwortungsvolle Apotheker und Arzt kennen sollte. Deshalb sind homöopathische Arzneimittel in Deutschland zu recht in aller Regel apothekenpflichtig. Im Zweifel klärt der Apotheker so über Therapiealternativen auf.“

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