Nur Zucker und Wasser?

Kanadischer Apotheker verbannt Homöopathie Silvia Meixner, 17.07.2018 13:36 Uhr

Berlin - Das Örtchen Baddeck in der kanadischen Provinz Nova Scotia hat 700 Einwohner – und einen resoluten Apotheker. Graham MacKenzie, Besitzer von „Stone’s Pharmasave”, nahm kurzerhand alle homöopathischen Arzneimittel aus den Regalen. Der Grund: Der Pharmazeut glaubt nicht (mehr) an ihre Wirksamkeit.

Rund 20 homöopathische Arzneimittel hatte er bislang im Angebot. Künftig empfiehlt er seinen Kunden wieder Erzeugnisse der klassischen pharmazeutischen Palette. Er erklärt seine Entscheidung so: „Es gibt nicht ausreichend wissenschaftliche Beweise, dass sie wirken. Wenn man sich mit dem, was man verkauft, nicht wohlfühlt, muss man etwas ändern.”

MacKenzie fühlt sich nicht nur ein bisschen unwohl: „Für mich ist es an einem Punkt angelangt, an dem es beinahe unethisch ist, sie zu verkaufen. Für mich liegt die Wirksamkeit bei Null.” Bisher hat er seinen Patienten homöopathische Mittel gegen Schlaflosigkeit, Zahn-Probleme, Erkältung und Grippe empfohlen. Und stellte eines Tages fest: „Sie sind dermaßen verdünnt, dass sie quasi nur Zucker und Wasser sind.”

Mit seiner Entscheidung möchte er auch andere Apotheker ermutigen, über die Wirkung von homöopathischen Mitteln nachzudenken. Seine Entscheidung rief sofort Anita Nicholson, Mitglied der Kanadischen Gesellschaft der Homöopathen, auf den Plan. Sie sagt: „Ich respektiere MacKenzies Entscheidung, bin aber mit seiner Argumentation nicht einverstanden. Ich finde, dass es viele wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit gibt. Es wurde viel Forschung betrieben und viele Ergebnisse wurden veröffentlicht.”

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