Alternativmedizin

England: Aus für Homöopathie auf Rezept APOTHEKE ADHOC, 09.06.2018 09:06 Uhr

Berlin - Homöopathische Arzneimittel sind in England nicht mehr verschreibungsfähig. Die British Homeopathic Association (BHA) scheiterte vor Gericht mit einer Klage gegen die neuen Leitlinien für Allgemeinmediziner, die der Gesundheitsdienst NHS im November erlassen hat. Homöopathie darf nun nicht mehr auf Rezept abgegeben werden und wird damit zur reinen Selbstzahlerleistung.

Im November hatte der chronisch klamme Gesundheitsdienst neue Richtlinien für Allgemeinmediziner veröffentlicht. Ziel waren Einsparungen in Millionenhöhe durch die Streichung von Behandlungen mit geringem Nutzen, fehlender Evidenz oder zu hohen Kosten. Dazu wurde eine „schwarze Liste“ erstellt, auf der sich auch Homöopathika wiederfinden. Ärzte dürfen diese nun nicht mehr verschreiben und sind angehalten, bisherige Folgeverschreibungen nicht mehr zu erneuern, also auslaufen zu lassen.

Dagegen hat sich die BHA zur Wehr gesetzt. Die Entscheidungsfindung beim NHS sei unfair gewesen, so die Kritik. Zwar hatte der NHS versucht, die Öffentlichkeit einzubeziehen und Patienten die Möglichkeit gegeben, Stellungnahmen einzureichen. Dieser Prozess sei jedoch derart kompliziert gewesen, dass er Bürger eher abgeschreckt habe, statt sie zur Teilnahme zu animieren. „Dass der NHS in einem öffentlichen Konsultationsprozess, der über drei Monate andauert, gerade einmal 3000 Rückmeldungen erhalten hat, zeigt sein Unvermögen, die Öffentlichkeit in wichtige Fragen der Gesundheitsversorgung einzubeziehen“, erzürnte sich die BHA-Vorsitzende Margaret Wyllie.

Außerdem habe schon vor der Verabschiedung der neuen Richtlinien eine Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch den Gesundheitsdienst stattgefunden. Obwohl 18 Arzneimittelgruppen überprüft wurden, habe der NHS sich in seiner Pressemitteilung nur auf die mangelnden Wirksamkeitsbelege bei Homöopathie bezogen. Das sei einer Vorverurteilung gleichgekommen.

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