Neuer Rahmenvertrag in England

Kliniken lagern Medikationsmanagement an Apotheken aus APOTHEKE ADHOC, 24.02.2020 15:31 Uhr

Berlin - Der englische National Health Service (NHS) bedient sich der öffentlichen Apotheken, um dem wachsenden Kostendruck standzuhalten: Ab Juli können englische Kliniken entlassenen Patienten eine öffentliche Apotheke zuweisen, die für deren Medikationsmanagement zuständig ist. Die Kommunikation läuft über das Programm „Transfer of care around medicines“ (TCAM), soll die Zahl erneuter Einweisungen verringern und ist Teil des neuen Rahmenvertrags.

Nicht wenige Patienten kommen aus dem Krankenhaus und wissen mit den verschriebenen Medikamenten nicht so viel anzufangen. Schwieriger wird es noch, wenn sie bereits auf mehrere Arzneimittel eingestellt sind und die Fragen nach Neben- und Wechselwirkungen umso heikler sind. Hier soll die neue Maßnahme angreifen: Das Krankenhaus weist dem Patienten nach dessen Entlassung über einen digitalen Kommunikationskanal eine Apotheke zu, die sich um seine Medikation kümmert, berichtet das Pharmaceutical Journal.

Die Apotheke erhält eine Benachrichtigung mit den Daten des Patienten und konkreten Anforderungen, beispielsweise Beratung zu neuen Medikamenten oder Änderungen im Medikationsplan. Daraufhin ist sie angehalten, den Patienten zu kontaktieren, um einen Beratungstermin auszumachen. Über welche Kanäle die Kommunikation erfolgt, ist im neuen Rahmenvertrag allerdings noch nicht festgelegt – ebenso wie die Kostenfrage: Denn dass der Dienst die Apotheken etwas kostet, steht schon fest. Nur wie viel es sein wird, wird derzeit noch verhandelt.

Ziel des neuen Programmes soll es sein, die Zahl der Patienten zu verringern, die wegen Fragen zu oder Problemen mit ihrer Medikation erneut das Krankenhaus aufsuchen oder schlimmstenfalls wieder eingeliefert werden. Das TCAM-Programm gibt es bereits seit 2014 auf freiwilliger Basis und in mehreren Regionen als Modellprojekt. Die Auswertung jener Daten hat zur Entscheidung geführt, die Zuweisungen künftig strukturiert erfolgen zu lassen. So ergab die Evaluation des Modellprojekts in der Grafschaft Cornwall, dass Patienten, die nach ihrer Entlassung einen Apotheker an die Seite gestellt bekommen, innerhalb der folgenden 30 Tage signifikant seltener ins Krankenhaus zurückkehrten. Eine Studie der University of Bradford kam zu einem ähnlichem Ergebnis bei Patienten, die 65 Jahre oder älter sind.

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