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NHS bietet Sprechstunde bei Alexa APOTHEKE ADHOC, 11.07.2019 12:59 Uhr

Berlin - Schritt für Schritt bewegt sich Amazon in die europäischen Gesundheitssysteme: Der britische Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) hat bekanntgegeben, dass er mit dem Internetriesen kooperiert. Patienten können sich ab dieser Woche beim digitalen Assistenten Alexa eine medizinische Erstberatung holen. Dadurch sollen sowohl der NHS als auch private Ärzte entlastet werden.

Alexa werde dabei auf Informationen aus der NHS-Datenbank zurückgreifen, um eine zuverlässige Beratung zu gewährleisten, kündigte der NHS am Mittwoch an. Die Technologie helfe insbesondere älteren und blinden Patienten sowie solchen, die nicht auf traditionellem Wege Zugang zum Internet haben, professionelle und vom NHS überprüfte Informationen innerhalb von Sekunden durch einfache Sprachbefehle zu erhalten, so der Gesundheitsdienst.

„Alexa, wie behandle ich Migräne?“ oder „Alexa, was sind die Symptome einer Grippe?“ seien typische Fragen, die Alexa ab sofort beantworten könne, indem der Algorithmus auf den NHS zurückgreift. Es ist nicht das erste private Unternehmen, mit dem der NHS in dem Bereich zusammenarbeitet. Über die Firmen Notably, Babylon Health, Push Doctor und Now GP bietet er bereits Telesprechstunden mit menschlichen Ärzten an.

„Wir wollen jeden Patienten befähigen, selbst die Kontrolle über seine Gesundheitsfürsorge zu übernehmen und Technologien wie diese sind ein großartiges Beispiel dafür, wie die Menschen zuverlässige, weltweit führende NHS-Beratung mit dem Komfort des eigenen Zuhauses verbinden und dabei den Druck auf unsere hart arbeitenden Ärzte und Apotheker reduzieren können“, lobte Gesundheitsnminister Matt Hancock die neue Zusammenarbeit. Es sei Teil des langfristigen Plans des NHS, digitale Technologien stärker in die Gesundheitsversorgung einzubinden und ihre Vorteile jedem Patienten, Arzt und Pfleger zukommen zu lassen.

Die Zusammenarbeit hat in Großbritannien und darüber hinaus durchwachsene Reaktion hervorgerufen. So warf die „Times“ Hancock vor, noch vor einem Jahr in einem Interview bekannt zu haben, dass er sich selbst keine Alexa in die Wohnung stellen würde, weil er der Überzeugung sei, dass es „eine unerlässliche Menschlichkeit“ gebe, die erhalten werden müsse.

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