Nächster Schritt: „Amazon Pharmacy“

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Berlin - Amazon geht den Weg in die Apothekenbranche nun auch im Namen: Der Konzern hat seinen Arzneimittelversender Pillpack neu gebrandet. Künftig steht im Logo des 2018 übernommenen Unternehmens nicht mehr „Pillpack, an Amazon Company“, sondern „Pillpack by Amazon Pharmacy“. Der Schritt wird als Menetekel für ein weiteres Engagement auf dem Arzneimittelmarkt gedeutet.

Dass Amazon den gesamten Gesundheitsmarkt aufmischen will, daran zweifelt niemand mehr – wie akut die Gefahr für die etablierten Player bereits ist, darüber gehen die Meinungen noch auseinander. Zumindest darüber, dass die USA vor Europa dran sein werden, herrscht Einigkeit.

Die jetzige Einführung des Labels „Amazon Pharmacy“ befördert nun jenseits des großen Teichs die Sorge, dass Amazon bald das nächste Ass aus dem Ärmel ziehen könnte. Denn dass neben dem Schlagwort „pharmacy“ unter dem Pillpack-Logo nun statt dem Artikel „an” (Amazon company) die Präposition „by“ (Amazon Pharmacy) steht, impliziert, dass es eine übergeordnete Abteilung gibt. Gleichzeitig gibt es Anzeichen für einen massiven Ausbau von Pillpack: Seit mehreren Wochen stehen auf der Amazon-Seite kontinuierlich im Durchschnitt 50 Stellenausschreibungen online. Gesucht wird so ziemlich alles von Apothekern über Projektmanager bis Softwareentwicklern.

Bisher hat Amazon laut übereinstimmenden Medienberichten noch nicht auf Anfragen zum Thema reagiert. Tatsächlich ist Pillpack – wie die in Deutschland gängigen Online-Versender – bereits formell eine Apotheke: Das Unternehmen hat in jedem der 50 US-Bundesstaaten eine Apothekenlizenz. Das Geschäftskonzept geht jedoch über eine normale Online-Apotheke hinaus: Pillpack stellt und verblistert für angemeldete Patienten die jeweilige Tagesdosis und versendet sie per Post.

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