Amazon Pharmacy ist da – mit 80 Prozent Rx-Rabatt

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Es ist so weit: Amazon ist ins Rx-Geschäft eingestiegen.

Berlin - Es ist so weit, zumindest in den USA: Amazon ist voll in den Rx-Versandhandel eingestiegen. Am Dienstag gab der Konzern bekannt, dass sich Prime-Kunden ab sofort rezeptpflichtige Arzneimittel kostenlos am Folgetag liefern lassen können – und verspricht nicht versicherten Kunden Rx-Rabatte bis zu 80 Prozent.

Amazon ist nun auch ganz offiziell eine Versandapotheke: Unter der Domain Pharmacy.amazon.com findet sich seit Dienstag ein neuer Shop, auf dem Kunden in 45 US-Staaten verschreibungspflichtige Arzneimittel bestellen können. Nachdem sie auf der Startseite ihren Bundesstaat ausgewählt haben (Hawaii, Illinois, Kentucky, Louisiana und Minnesota sind noch nicht verfügbar, sollen aber noch folgen), loggen sie sich mit ihrem Prime Account ein und können direkt loslegen. Amazon arbeitet dazu nach eigenen Angaben mit den meisten Krankenversicherern im Land zusammen – die Kunden können demnach oftmals aus verschiedenen Preismodellen inklusive verschiedener Zuzahlungsstufen wählen. Selbstzahlern winkt ein attraktives Bonus-Programm, wirbt der Versandriese: Sie können demnach bis zu 80 Prozent Rabatt auf Generika und bis zu 40 Prozent auf Originalpräparate erhalten, wenn sie ohne Versicherungsbeteiligung bestellen.

Die Rezepte können Patienten demnach künftig direkt vom Arzt zu Amazon schicken, von ihrer Krankenversicherung weiterleiten lassen oder von einem Drittanbieter wie Walmart oder CVS anfordern. Die Rx-Boni kann Amazon nach eigenen Angaben über eine Zusammenarbeit mit Inside Rx gewährleisten, einem sogenannten Pharma Benefit Manager (PBM). Diese Firmen verhandeln – ursprünglich im Auftrag von Versicherungen – direkt mit den Herstellern Nachlässe. Versendet wird fast alles außer Arzneimittel der Klasse 2 – Medikamente mit hohem Missbrauchspotential wie Opioide, Fentanyl, Methadon oder Ritalin. Der Versand erfolge in „diskreter Verpackung“, um die private Natur der Waren zu gewährleisten.

„Wir haben Amazon Pharmacy nach der Prämisse ‚Der Kunde zuerst‘ gestaltet, um Amazons Fixierung auf den Kunden in einen Wirtschaftszweig zu bringen, der unbequem und verwirrend sein kann“, sagt Pillpack-Gründer und Vice President Amazon Pharmacy, TJ Parker. Amazon hatte Parkers Start-up 2018 übernommen und seitdem stetig ausgebaut. Pillpack bleibt auch weiterhin als Untereinheit von Amazons Pharmacy aktiv – Parker hatte sich mit dem Unternehmen auf den Versand von verblisterten Arzneimitteln für Chroniker spezialisiert.

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