Amazon erwägt eigene Apothekenkette

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Amazon considers launch of physical pharmacies: RPT

Berlin - Amazon erwägt US-Medienberichten zufolge, eigene Vor-Ort-Apotheken zu eröffnen. Im Gespräch sei, mit einer Handvoll Filialen zu starten oder Shop-in-Shop-Apotheken in den Supermärkten der 2017 erworbenen Supermarktkette Whole Foods einzurichten. Allerdings lote der Versandhandelsgigant bisher erst die Möglichkeiten aus, ob sich das umsetzen ließe – denn es gibt einige Argumente, die gegen den Schritt sprechen.

Der Marktkapitalisierung von Amazon ist mit 1,6 Billionen US-Dollar mittlerweile fast viermal so hoch wie der gesamte Rx-Markt in den USA. Dennoch scheint der Versandgigant Schwierigkeiten zu haben, seinen Anteil in dem 370 Milliarden Dollar großen Markt auszubauen – denn gerade bei akuten Erkrankungen setzt der weit überwiegende Teil der Patienten trotz der Angebote von Amazon Pharmacy in den USA weiterhin auf schnelle Versorgung in Präsenzapotheken.

So wie Amazon in den vergangenen Jahren mit eigenen Shops und dem Kauf des Lebensmittelhändlers Whole Foods ins Vor-Ort-Geschäft eingestiegen ist, erwägt der Konzern deshalb nun, auch in das Vor-Ort-Apotheken-Geschäft einzusteigen. Im Rx-Versand ist der Konzern bereits seit der Übernahme des Blisterversenders Pillpack im Jahr 2018 vertreten – seit vergangenem Jahr auch unter der Marke Amazon Pharmacy.

Einem Bericht des US-Wirtschaftsmagazins Business Insider zufolge führt der Konzern derzeit Gespräche, um die Möglichkeit eines solchen Schritts auszuloten. So sei diskutiert worden, eigene Apotheken an einer Handvoll Standorte zu eröffnen, darunter Boston und Phoenix. Alternativ stehe Möglichkeit im Raum, Apothekenabteilungen innerhalb der Filialen von Whole Foods zu eröffnen. Gemeint ist damit kein Shop-in-Shop-Modell, wie es Zur Rose in Schweizer Migros-Filialen betreibt, sondern kleine Apotheken samt Personal, wie sie in den USA beispielsweise in den Filialen der Supermarktkette Walmart üblich sind.

Allerdings gebe es noch keine konkreten Pläne, berichtet Business Insider unter Berufung auf drei Amazon-Manager, die mit dem Thema vertraut sind. Es gehe in den Gesprächen vorerst nur darum, solche Szenarien auszuloten. Allein das habe aber schon gereicht, am Tag der Meldung Börsenwerte in Höhe von sechs Milliarden Dollar zu verbrennen: Die Aktien der großen US-Apothekenketten Walgreens und Rite Aid gingen um 4, die von CVS um 3 Prozent nach unten. Amazon selbst wollte die Berichte nicht kommentieren.

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